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Klinikum Osnabrück Klinikum Osnabrück baut Wasserstoffkraftwerk

13.09.2021, 11:59 Uhr

Mit dem Bau eines Wasserstoffkraftwerks soll sich das Klinikum Osnabrück in den nächsten Jahren zu einem „Green Hospital“ entwickeln, das komplett emissionsfrei und klimaneutral ist.

Auf dem Finkenhügel brechen neue Zeiten an: Müllvermeidung, Stromsparen, regionaler Einkauf und viele weitere Elemente einer nachhaltigen Entwicklung stehen im Klinikum Osnabrück natürlich schon lange obenan – aber nun hat sich das Krankenhaus etwas vorgenommen, das noch weit darüber hinausgeht: Wie Rudolf Küster, einer der beiden Geschäftsführer, ankündigt, soll sich das Haus schrittweise zu einem „Green Hospital“ entwickeln und damit komplett emissionsfrei und klimaneutral werden.

Bei der Entwicklung, die das Klinikum mit dem „Masterplan 3.0“ für seine künftigen Ausbauschritte eingeleitet hat, ist unter anderem vorgesehen, dass ein Wasserstoffkraftwerk auf dem Finkenhügel errichtet wird, in dem nur aus Sonne und anderen regenerativen Quellen genug klimaneutraler Strom für das Krankenhaus und alle weiteren Gebäude und Anlagen des Medizin-Campus produziert wird.

„Mit der Anlage können wir uns komplett von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas verabschieden“, sagt Küster. „Das bedeutet, dass viele Tonnen CO2, die wir bisher jedes Jahr für unsere Energie in die Luft blasen, künftig nicht mehr anfallen. Wir werden dadurch komplett CO2-frei und können darüber hinaus noch sauberen Strom ins Netz einspeisen und so zum Ausbau der dezentralen Energieversorgung beitragen.“ Das Kraftwerk werde so ausgelegt, dass es Teile der neu entstehenden Quartiere am Medizin-Campus mitversorgen könne. Nebenbei werde auch geprüft, ob in der Anlage der Sauerstoff für den medizinischen Bedarf selbst hergestellt werden kann.

„Das Klinikum soll sich klimaneutral weiterentwickeln“

Küster geht davon aus, dass die Anlage innerhalb von fünf bis sechs Jahren entstehen wird. Die Energie für die Wasserstoffproduktion soll zum Teil auch mit einer Photovoltaikanlage gewonnen werden, die auf den Dächern der Gebäude installiert wird. „Es ist realistisch, dass wir das Kraftwerk 2027 in Betrieb nehmen.“ Vorgesehen ist, dass das Wasserstoffkraftwerk im Untergeschoss des neu entstehenden Parkhauses Nord eingerichtet wird.

Wie der Geschäftsführer verdeutlicht, geht das Konzept „Green Hospital“ weit über den Bau des innovativen Kraftwerks hinaus. Es bildet die Leitlinie für die künftige Entwicklung des Klinikums und alle weiteren Pläne für den Finkenhügel. „Wir haben im Masterplan 3.0 festgelegt, dass sich das Klinikum und der Campus klimaneutral weiter entwickeln sollen. Dazu werden wir uns in allen Bereichen umstellen – von der Energieversorgung über Baustoffe für neue Gebäude bis hin zum Einkauf und den Verbrauchsmaterialien.“ Ziel sei es, dass der kleinstmögliche ökologische Fußabdruck hinterlassen wird, der denkbar ist. „Als kommunales Krankenhaus sehe ich es als unsere Verantwortung an, so zu handeln“, unterstreicht Küster.

Auch bestehende Prozesse werden unter die Lupe genommen

Wie der Geschäftsführer betont, soll der Wandel zum „Green Hospital“ nicht nur Maßgabe für Planungsentscheidungen und künftige Entwicklungen sein. „Wir beschäftigen uns auch mit allen bestehenden Prozessen und den Materialien, die bisher verwendet werden. Wo es sinnvoll machbar ist, wollen wir auf Mehrweg- oder Recyclingprodukte umstellen. Unser Wunsch ist es, dass sich die Mitarbeitenden dabei mit einbringen und Vorschläge machen, wie sich noch etwas für den Klima- oder Umweltschutz verbessern lässt.“

Begleitend findet am Samstag, 18. September, 11 Uhr, eine große „Cleanup“-Aktion statt, bei der zum Müllsammeln auf dem Klinikums-Gelände aufgerufen wird. Mitarbeitende des Klinikums können sich daran ebenso beteiligen wie Anwohnende oder jeder andere, der es auf dem Finkenhügel sauber haben will. Bei der Aktion werden Zangen, Eimer, Handschuhe, T-Shirts, Käppis etc. gestellt. Zum Abschluss gibt es einen kleinen Imbiss. Treffpunkt ist am Haupteingang.

Die Aktion wird gemeinsam mit der engagierten Wallenhorster Umweltschützerin Birgit Schad mit ihrer Organisation „City Cleaners Germany“ organisiert. An diesem Tag laufen weltweit Sammelaktionen.

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