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Die Stroke Unit des Klinikums Osnabrück handelt schnell nach einem Schlaganfall Christian Skurk fühlte sich nach seinem Schlaganfall im Klinikum Osnabrück in besten Händen

27.07.2022, 00:00 Uhr

Nach einem plötzlichen Schlaganfall landete Christian Skurk in der Stroke Unit des Klinikums Osnabrück. Sorgen machte er sich nicht. „Man hat sich hier gut um mich gekümmert. Da habe ich gerne alle Untersuchungen mitgemacht“, so der 54-Jährige.

Von einem Schlaganfall kann jeder betroffen sein, auch ohne Vorwarnung. Das hat Christian Skurk am eigenen Leib erfahren. Als der 54-jährige Fleischer abends einen Film mit seiner Frau anschaute, dachte er sicher nicht daran, dass er im Krankenhaus landen würde. „Es fühlte sich an, als sei mein rechter Arm eingeschlafen. Da habe ich mir nichts weiter bei gedacht und wollte den Arm ausschütteln. Das ging aber nicht“, beschreibt Skurk die ersten Momente. Als er sich drehen wollte, bemerkte er, dass auch sein Bein taub war. „Meine Frau wollte mir helfen. Dann sagte sie plötzlich, dass mein Mundwinkel runterhängt und ich lalle“, erzählt Skurk, „Ich war mir sicher, dass das ein Schlaganfall sein muss und meine Frau hat sofort den Krankenwagen gerufen.“ Innerhalb kürzester Zeit waren die Rettungskräfte bei ihm. Bereits zwanzig Minuten später war er im Klinikum Osnabrück und wurde auf die Schlaganfallspezialstation, die Stroke Unit, aufgenommen.

„Je schneller ein Schlaganfallpatient behandelt werden kann, desto geringer das Risiko für Folgeschäden“, betont Dr. Martina Petersen, Oberärztin der Stroke Unit. „Bei Herrn Skurk konnten wir zum Glück sehr schnell handeln. Nach der Computertomographie des Kopfes führten wir umgehend eine Thrombolyse, das ist eine stark blutverdünnende Therapie zur Auflösung des Blutgerinnsels durch.“ Bereits während Herr Skurk diese Infusion erhielt kehrten das Gefühl und Kraft in  das Bein und den Arm zurück und er konnte sie bald darauf auch wieder normal bewegen. Eine Woche lang musste er im Klinikum bleiben, bis er wieder nach Hause durfte. Doch damit war noch nicht alles geklärt.

Schlaganfallabklärung ist wichtig

„Bei einem Schlaganfall geht es nicht nur um die ersten Stunden und die Akutbehandlung, sondern auch darum, im Anschluss die Schlaganfallursache zu finden, denn erst das ermöglicht eine zielgerichtete präventive Therapie“, so Prof. Dr. Rainer Dziewas, Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation. „Die meisten Schlaganfallpatienten passen in ein klassisches Schema, haben beispielsweise Bluthochdruck, einen hohen Cholesterinspiegel und Rauchen. Dann gibt es aber auch Patienten wie Herrn Skurk, die nicht in dieses Schema passen. In dem Fall muss das Untersuchungsprogramm noch umfangreicher sein.“

Die Schlaganfallabklärung ist ein wichtiger Schritt, um einen erneuten Schlaganfall möglichst zu verhindern. „Herr Skurk weist kaum Merkmale eines typischen Risikopatienten auf, außer, dass er raucht. Also haben wir weitere Untersuchungen vorgenommen, um die Ursache zu klären“, erklärt Petersen. Auffällig war, dass Skurk schon einige Wochen zuvor über anhaltende Kopfschmerzen geklagt hatte. Sein Hausarzt stellte schließlich leichten Bluthochdruck fest. Die blutdrucksenkenden Mittel schienen jedoch nicht anzuschlagen.

In einer Ultraschalluntersuchung der Hirngefäße stellte Petersen fest, dass die Strömungsgeschwindigkeit des Blutes im Gehirn erhöht war. Ein ungewöhnliches Vorkommnis. In einer daraufhin durchgeführten Angiografie, einer Spezialuntersuchung, bei der Kontrastmittel direkt in die Hirngefäße gespritzt wird zeigten sich mehrere Gefäßverengungen. Schließlich fand sich in der Untersuchung des Nervenwassers eine Entzündung, so dass die Ärzte davon ausgehen, dass die Gefäßverengungen durch eine Gefäßentzündung ausgelöst worden sein könnten. „Dadurch lassen sich auch die Kopfschmerzen erklären, die der Patient zuvor hatte. Kopfschmerzen sind nämlich kein übliches Symptom eines Schlaganfalls, aber in diesem Fall könnte es zusammenhängen“, bemerkt Petersen.

„Immer weitermachen, nicht aufgeben!“

„Ich habe alle Untersuchungen ohne Beschwerden über mich ergehen lassen. Ich wollte einfach nur, dass man die Ursache findet. Schließlich wollte ich nicht in einer Woche wieder im Krankenhaus landen“, so Skurk, der sich im Klinikum herzlich aufgenommen gefühlt hatte. „Alle hier waren so nett zu mir. Man hat mir immer erklärt, was jetzt gemacht wird und wieso. Dadurch habe ich mich immer gut aufgehoben gefühlt.“

„In einer Woche wird noch einmal ein ambulanter Ultraschall durchgeführt und in drei bis vier Monaten, werde ich ein weiteres Mal komplett durchgecheckt, um mögliche Veränderungen festzustellen“, erklärt Skurk die weitere Nachsorge. Auch drei Wochen Reha gehören dazu. Anderen Schlaganfallbetroffenen rät er: „Immer weiter machen, nicht aufgeben. Auch wenn es noch so viele Untersuchungen sind. Es ist wichtig, die Ursache zu kennen. Und Vorsorgeuntersuchungen sollten noch wichtiger genommen werden.“

Daran, es ruhiger angehen zu lassen, denkt der 54-Jährige gar nicht. „Ich brauche immer Bewegung. Auch im Krankenhaus bin ich immer aus dem Zimmer geflohen, um ein bisschen auf der Station laufen zu können“, gibt der ehemalige Handballer lachend zu. Dank der schnellen und reibungslosen Behandlung wird er auch in Zukunft noch ohne Probleme mit seinem Enkel Mountainbike fahren oder tauchen können. Nur seinen Zigarettenkonsum wird er ganz aufgeben müssen, dafür hat seine Familie in seiner Abwesenheit bereits gesorgt.

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