Medizinkurs, mal anders Mit einem Quiz alles über Schluckstörung lernen

28.06.2022, 09:33 Uhr

Ungewöhnliches Fortbildungskonzept: Mit einem Quiz trainierten Ärzte und Logopäden im Klinikum Osnabrück das Verfahren der Schluckendoskopie. Mittels Fragerunden wurden die Inhalte der Lektionen des Basiskurses abgefragt und vertieft. Am Ende wurde sogar ein Gesamtsieger ermittelt.

Durch das Verfahren der Schluckendoskopie (FFES, Flexible Endoscopic Evaluation of Swallowing) können auf das Nervensystem zurückgehende Schluckstörungen diagnostiziert und mögliche Therapiemöglichkeiten ermittelt werden. Solche Schluckstörungen können etwa als Folge von Schlaganfällen oder Parkinson auftreten. Die erfolgreiche Behandlung von neurogenen Schluckstörungen kann den Betroffenen einen großen Teil an Lebensqualität wiederherstellen.

Um dieses Verfahren zu verinnerlichen, bot das Curriculum der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), der Deutschen Schlafanfall-Gesellschaft (DSG) und der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) einen Kurs für das gesamte Bundesgebiet an. Während des Kurses wurde in Kleingruppen die Durchführung der Schluckendoskopie und das Ableiten von Diagnosen und klinischen Konsequenzen geübt.

Mit dem Buzzer das Lernen anregen

Eine Besonderheit war das sogenannte „Dys-Quiz“, in dem nach Abschluss von jedem der vier Unterrichtsblöcke noch Fragen zum Erlernten gestellt wurden, bei deren Beantwortung sich die Teilnehmenden per Buzzer zu Wort melden konnten. Das Quiz lockerte die Kommunikation auf – gleichzeitig sorgte sie dafür, dass die vorher erteilten Lektionen alle noch einmal im Schnelldurchlauf wiederholt wurden, so dass auch das Einprägen noch einmal angeregt wurde.

Die Veranstaltung wurde durch Vorträge von weiteren Mitgliedern des DyMOS bereichert. So sprach Herr PD Dr. Rey, Chefarzt der hiesigen Klinik für Gastroenterologie, über innovative Möglichkeiten der endoskopischen Therapie bei Problemen mit der Beförderung von Nahrung durch die Speiseröhre. Frau Dr. Kwetkat, die das Klinikum Osnabrück ab Oktober als Chefärztin für Geriatrie verstärken wird, informierte über moderne Strategien der Ernährungsmedizin. Herr PD Dr. Dr. Kai Wermker, Chefarzt der hiesigen Klinik für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, machte auf die Relevanz von Erkrankungen des Mund-Raumes für den Schluckakt aufmerksam.

Der Kurs wurde von den beiden Chefärzten Prof. Dr. Rainer Dziewas und Prof. Dr. Tobias Warnecke und den FEES-Ausbilderinnen Anna Brake, Miriam Garmann und Lena Hollah der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation am Klinikum Osnabrück organisiert. Ausrichter war das von Dziewas geleitete Dysphagiezentrum Münster-Osnabrück (DyMOS), in dem das Klinikum Osnabrück und die Uniklinik Münster fächerübergreifend kooperieren.

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