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Klinikum Osnabrück Kniebeugen und Co.: Mini-Pause im OP

19.06.2021, 08:10 Uhr

Für einen Moment vom OP-Tisch zurücktreten und sich bewegen, danach geht es fokussiert weiter – in mehrstündigen Operationen empfiehlt Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Tepel, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Klinikum Osnabrück, sich und seinen Kollegen kurze, aktive Pausen.

Hochkonzentriert mithilfe einer Lupenbrille oder eines Mikroskops und auf einer Stelle verharrend – Operateure nehmen bei Operationen oft über einen längeren Zeitraum unbequeme Zwangshaltungen ein. „In meinem Fachbereich zum Beispiel dauern Tumoroperationen oft viele Stunden. Dabei stehen Ärzte und das OP-Personal häufig viele Stunden auf einer Stelle und sind einer hohen Belastung ausgesetzt. Da ist es naheliegend, dass es günstig und gesund sein könnte, sich zwischendurch mal zu bewegen“, berichtet Dr. med. Jürgen Tepel. Vor ein paar Jahren mit schüchternen Versuchen begonnen, stundenlange OPs mit kurzen Pausen zu durchbrechen, haben sich Mini-Pausen in den Operationssälen des Klinikums Osnabrück mittlerweile etabliert. Studien aus der Kinderchirurgie hatten vor einigen Jahren schon gezeigt, dass solche OP-Pausen als positiv empfunden werden und weder den Patienten gefährden noch die Operation verlängern. Aus diesem Gedanken heraus wurde vom betrieblichen Gesundheitsmanagement am Klinikum Osnabrück eine Studie organisiert. „Unser Ansatz war: Weil der Körper so lange auf der Stelle steht, glauben wir, dass es gut ist, Pausen einzulegen“, sagt Dr. med. Tepel. Die Erfahrungen und das Feedback waren durchweg sehr positiv. „In einer Mini-Pause treten wir alle vom OP-Tisch ab und führen nach einer eingesprochenen Anleitung zwei Minuten lang gemeinsam Bewegungsübungen durch – ohne sich dabei unsteril zu machen.“ Es gibt verschiedene Programme. Alle im Operationssaal Anwesenden machen mit. Die Schultern, Arme, die Wirbelsäule oder der Nacken werden dann zum Beispiel bewegt: Entspannung durch Bewegung und Lockerung.

Regelmäßige Pausen einbauen

Die Kurzpausen werden ab einer OP-Länge von zwei Stunden eingelegt. „Ab der ersten vollen Stunde wird ungefähr die erste Pause gemacht, je nachdem, in welchem OP-Abschnitt man sich gerade befindet und wie der Zustand des Patienten ist“, erklärt Dr. med. Tepel. Die Teilnahme an den Mini-Pausen ist freiwillig – im besten Falle bilde sich daraus ein Teamentschluss. „Bei uns in der Klinik gibt es zum Beispiel eine Vereinbarung zwischen Ärzten und OP-Personal, dass alle gemeinsam daran teilnehmen“, berichtet der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie.

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