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Klinikum Osnabrück Dank „Weaning“ Kontrolle über die Atmung zurückerhalten

17.02.2022, 13:03 Uhr

Als erstes „Zentrum für Beatmungsentwöhnung in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation“ in Deutschland geht das Klinikum Osnabrück neue Wege, um ihren Patienten zu helfen. Mit einer hoch spezialisierten Behandlungsmethode weitet das Klinikum seine neurologische Versorgung noch weiter aus. 

Die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation des Klinikums Osnabrück bietet als erstes „Zentrum für Beatmungsentwöhnung“ in Deutschland neue Chancen für Patienten, die auf künstliche Beatmung angewiesen sind.

Dank dem sogenannten „Weaning“, einer Beatmungsentwöhnung, können Patienten und Patientinnen wieder die volle Kontrolle über ihre Atmung zurückerhalten, nachdem sie maschinelle Atemunterstützung erhalten haben. Während es nach Operationen oder bei einer kurzen Beatmungsdauer von bis zu drei Tagen meist unproblematisch ist, Beatmungsschläuche zu entfernen und die Erkrankten von der Unterstützung der Maschinen zu entwöhnen, kann es bei Langzeitbeatmeten im Einzelfall mehrere Monate lang dauern, bis ihre Atmung wiederhergestellt ist und sie wieder von sich aus „Luft holen“ können. 

„10 - 15 Schlaganfallpatienten sind auch mechanische Beatmung angewiesen“

Wie Oberarzt Dr. Volker Schulte erklärt, der sich auf Neurologische Intensivmedizin spezialisiert hat, sind es im Krankenhausalltag vielfach Patienten mit neurologischen Erkrankungen und/oder Begleiterkrankungen, die über einen längeren Zeitraum maschinell beatmet werden. So sind beispielsweise 10-15 Schlaganfallpatienten auf eine mechanische Beatmung angewiesen, ebenso Patienten mit Hirnhautentzündungen oder Hirnblutungen. 

„Der klassische Fall ist es, dass der Atemmuskulatur von Langzeitbeatmeten die Kraft fehlt und sie erst wieder trainiert und gestärkt werden muss“, sagt Schulte. „Neben der Anstrengung können auch Ängste vor Bewegung mit hineinspielen und vielfach ist auch das Sekretmanagement – also das Herunterschlucken von Speichel – nach einer Beatmung gestört. Es kommt darauf an, die Probleme genau zu erkennen und sie mit den entsprechenden Therapien zielgerichtet zu beheben. Dabei steht uns ein umfangreiches Spektrum von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung – und der Vorteil in unserem Haus der Maximalversorgung liegt auch darin, dass wir auch die Begleit- oder Folgeerkrankungen durch ein Akutereignis behandeln können, ohne dass Patienten erst verlegt werden müssen.“ 

Wie Schulte betont, wirken auch bei der Entwöhnung von der Beatmung immer zahlreiche weitere Fachabteilungen des Hauses wie Anästhesie, Intensivmedizin, Kardiologie und Pulmologie mit der Neurologie zusammen. „Es sind immer multidisziplinäre Entscheidungen, die wir fällen.“ Nach Angaben von Schulte sind es etwa 50 bis 60 Patienten jährlich, die in der Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation langzeitbeatmet und später von der Beatmung entwöhnt werden.

Auszeichnung bestätigt die gute Qualität des Weaning-Zentrums

Die Klinik für Neurologie und neurologische Frührehabilitation des Klinikums Osnabrück ist als erste Einrichtung in Deutschland als „Zentrum für Beatmungsentwöhnung in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation“ ausgezeichnet worden. Die von den Chefärzten Prof. Dr. Rainer Dziewas, Prof. Dr. Tobias Warnecke und PD Dr. Christoph Kellinghaus geleitete Abteilung hat den im Vorjahr gestarteten Prüfprozess als erste Abteilung in Deutschland abgeschlossen. Das Zertifikat wird von der Deutschen Gesellschaft für Neurorehabilitation (DGNR) vergeben.

Frans Blok und Rudolf Küster, Geschäftsführer des Klinikums, sind sehr stolz auf das Weaning-Zentrum und erklären, dass das Zertifikat eine weitere Bestätigung der exzellenten neurologischen Versorgung im Klinikum Osnabrück sei. Durch den Prozess wurden objektive Kriterien und einheitliche Standards geschaffen, die eine bestmögliche Behandlung erleichtern sollen und sie wiederholbar machen.

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