Haushaltstipps Fünf Stromspar-Mythen im Faktencheck: Wie Sie wirklich Energie sparen

Von Berit Rasche | 01.08.2022, 06:19 Uhr | Update am 01.08.20222 Leserkommentare

Den Kühlschrank nicht vollpacken und das Licht nicht zu oft ausschalten - um das Thema Stromsparen haben sich viele Irrglauben hartnäckig festgesetzt. Wir haben für Sie fünf häufige Mythen untersucht.

Derzeit ziehen die Strompreise in Deutschland deutlich an. Wer im Januar einen neuen Stromtarif wählte, zahlte nach Branchenangaben im Schnitt 12,5 Prozent mehr als im Jahresmittel 2021. Wie der „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ (BDEW) im Januar mitteilte, hätten sich die Beschaffungskosten der Versorgungsunternehmen aufgrund extrem gestiegener Großhandelspreise erhöht.

Auch kleinere, hier und dort im Haushalt eingesparte Strommengen können sich über die Zeit zu relevanten Beträgen summieren. Hier erfahren Sie, wie viel Wahrheit hinter fünf gängigen Stromspar-Mythen steckt.

Mythos 1: Ladegeräte ziehen keinen Strom, wenn kein Gerät dranhängt

Das stimmt nicht - Ladekabel, verbrauchen auch Strom, wenn kein Gerät an sie angeschlossen ist. Laut dem schwedischen Energieunternehmen „Vattenfall“ könnten allein durch ein Smartphone-Ladekabel rund 20 Cent Mehrkosten pro Jahr entstehen. Das mag für den Einzelnen zwar wenig klingen, summiert sich bei Millionen Handynutzern allerdings zu einer hohen, ungenutzten Energie- und Geldmenge auf. Hinzu kommen außerdem die Strommengen vergessener Laptops, Tablets und E-Reader.

Laut Verbraucherzentrale zählen außerdem Steh- und Tischlampen zu den „heimlichen Stromfressern“ und verbrauchen auch im ausgeschalteten Zustand häufig Strom. Wer nicht andauernd den Stecker ziehen möchte, kann eine abschaltbare Steckerleiste nutzen.

Mythos 2: Das Nudelwasser im Wasserkocher zu erhitzen spart Energie

Hierbei kommt es auf die Wassermenge an, erklärt die gemeinnützige Beratungsstelle „co2online“. Für kleine Portionen lohne es sich, den Wasserkocher anzustellen. Ab einer Wassermenge von 1,5 bis zwei Litern sei es jedoch effizienter, das Wasser direkt auf dem Herd zu erhitzen. In beiden Fällen sollte nur die wirklich benötigte Wassermenge aufgekocht werden.

Der Wasserkocher sollte regelmäßig entkalkt werden, da das Gerät bei starkem Belag den Strom nicht wie vorgesehen umsetzen und sich der Energieverbrauch somit um bis zu zehn Prozent erhöhen kann. Beim Erhitzen auf dem Herd muss hingegen beachtet werden, dass für die jeweilige Topfgröße die entsprechende Herdplatte sowie ein passender Deckel gewählt wird. Außerdem kann die Herdplatte häufig bereits frühzeitig ausgestellt und das Gericht mit der Restwärme zu Ende gegart werden.

Mythos 3: Je voller der Kühlschrank, desto mehr Strom verbraucht er

Falsch! Es ist das genaue Gegenteil: Je mehr der Kühlschrank befüllt ist, desto weniger Energie wird verbraucht, so die Verbraucherzentrale. Das liegt daran, dass durch die gekühlten Lebensmittel die Temperatur im Innenraum besser aufrechterhalten werden kann, wenn der Kühlschrank geöffnet wird.

Jedoch sollen Sie darauf achten, die Kühlschranktür nur für kurze Zeit zu öffnen, da der Kühlschrank ansonsten viel Energie benötigt, um die Lebensmittel wieder herunterzukühlen. Aus dem Grund sollten auch keine warmen Speisen in den Kühlschrank gestellt werden. Zudem ist es ratsam, den Kühlschrank nicht direkt neben den Backofen oder ein sonnenbeschienenes Fenster zu stellen, da das Gerät die äußere Wärmezufuhr mit hohem Energieaufwand ausgleichen muss.

Mythos 4: Energiesparlampen haben den geringsten Stromverbrauch

Dieser Mythos stimmt ebenfalls nicht. Die Stadtwerke Karlsruhe raten dazu, Glühlampen, Halogenglühlampen und Leuchtstoffröhren durch LEDs zu ersetzen. Energiesparlampen halten zwar, was sie versprechen und verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie als eine Glühbirne - LED-Lampen sind jedoch um noch einmal 10 Prozent sparsamer.

Außerdem leuchten LEDs bis zu 20.000 Stunden, was dem Zweifachen der durchschnittlichen Lebensdauer einer Energiesparlampe entspricht.

Mythos 5: Wer nur kurz den Raum verlässt, sollte zum Stromsparen das Licht brennen lassen

Dieser Mythos begründet sich in dem Irrglauben, dass die Birnen durch häufiges Ein- und Ausschalten schneller kaputtgehen. Das sei zwar zu früheren Zeiten durchaus so gewesen, jedoch müsse man sich heute nicht mehr um die Schaltfestigkeit seiner Lampen sorgen, so „co2online“. Laut Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg schonen elektronische Vorschaltgeräte die Leuchtmittel von Energiesparlampen und auch LEDs beeinflusst ein schneller Lichtwechsel nur wenig.

Häufige Lichtregulation verbraucht zudem nicht, wie häufig angenommen, besonders viel Energie. Zwar stimme es, dass beim Einschalten mehr Strom benötigt wird als während des eigentlichen Leuchtens, erklärt „co2online“ - jedoch sei dieser Mehrbedarf selbst bei Glühlampen so marginal, dass es effizienter ist, das Licht auch für kurze Zeiträume auszuschalten.

(Mit dpa)

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