Pokémon Go: Alle Infos Warum Pokémon Go die Zukunft der Smartphone-Spiele ist

Von Christian Ströhl | 14.07.2016, 16:36 Uhr

Die Smartphone-App Pokémon Go ist ein riesiger Erfolg: Die ganze Welt scheint im Pokémon-Fieber. Doch was sind überhaupt Pokémon, wie funktioniert das Spiel und warum herrscht darum so ein Hype? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Pokémon Go.

 Was sind Pokémon überhaupt?

Pokémon ist eine Wortbildung aus „Pocket“ und „Monster“, also Taschenmonster. Zum ersten Mal tauchten sie 1996 in einem Spiel aus Japan auf. Der Spieler fängt die Tierchen als Pokémon-Trainer mit Hilfe weiß-roter Bälle ein und bildet sie zu Kämpfern aus, um sich in Arenen mit anderen Trainern zu messen.

Im Pokémon-Universum gibt es mehr als 700 Figuren. Die beliebteste und bekannteste dürfte Pikachu sein: ein kleines gelbes Monster mit einem Schwanz in der Form eines Blitzes. Neben den Videospielen blüht ein gewaltiges Geschäft mit Sammelkarten und Fanartikeln von Plüschfiguren bis Brotdosen.

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 Wieso scheint die ganze Welt auf einmal nach Pokémon verrückt zu sein?

Pokémon hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer starken Marke entwickelt. Pokémon Go ist nun das erste Programm, das man auf dem Smartphone spielen kann – einem Gerät, das nahezu jeder täglich bei sich trägt. Der japanische Spiele-Anbieter Nintendo brachte die beliebten Figuren bisher nur in Games für die hauseigenen Konsolen – etwa Wii oder 3DS – heraus. Weil inzwischen jedoch immer mehr Spieler auf Smartphones wechseln, öffnete sich Nintendo vor Kurzem auch diesem Markt.

 Was ist das Besondere an dem Handy-Spiel?

Das Spiel ist eine digitale Schnitzeljagd, es verknüpft die reale mit der virtuellen Welt. Die Pokémon verstecken sich an verschiedenen Orten in der echten Welt, an Seen, Straßen, Parks und Sehenswürdigkeiten. Ein Spieler sieht sie auf seinem Smartphone nur, wenn er in der Nähe eines der Monster ist.

Es geht darum, die Pokémon zu fangen und dann gegeneinander antreten zu lassen. Dazu erstellt der Spieler in der App einen Avatar, also einen virtuellen Doppelgänger. Mit ihm erkundet er die Spielwelt, die auf Kartendaten von GoogleMaps basiert.

Der Clou ist dabei die Standort-Erkennung (GPS) auf dem Handy: Die Spieloberfläche ähnelt einer vereinfachten Navi-Ansicht. Die Figuren werden beim Laufen durch die reale Welt auf das Telefondisplay in einer erweiterten Realität in die echte Umgebung projiziert („Augmented Reality“). Hinzu kommt, dass Pokémon Go die Urinstinkte des Menschen weckt: Sammeln und Entdecken. Nicht von ungefähr kommt daher der Leitsatz des Pokémon-Universums „Sammel sie alle!“

 Wie funktioniert Pokémon Go?

Nachdem der Spieler einen Avatar für die Spielwelt erstellt hat, wechselt Pokémon Go in eine vereinfachte GoogleMaps-Ansicht. Bewegt sich der Spieler durch die reale Welt, bewegt sich der Avatar durch die virtuelle. Nach und nach werden so Pokémon entdeckt: Das Handy vibriert, wenn ein Monster in der Nähe ist. In der Kartenansicht wählt der Spieler das Pokémon dann aus, um es einzufangen. Das geht per Pokéball, einem virtuellen Käfig für das Monster. Sobald das Pokémon ausgewählt wurde, wechselt die Ansicht erneut: Der Ball erscheint und muss per Wisch auf dem Smartphone-Display auf das Monster geworfen werden. So wandern mit der Zeit weitere Pokémon in die Taschen der Spieler. In Pokémon Go gibt es insgesamt 150 Monster zu fangen.

In der Navigationsansicht gibt es spezielle virtuelle Orte, sogenannte PokéStops. Diese sind häufig mit realen Bauwerken oder Denkmälern verbunden. Dort können Spieler Pokébälle finden oder Pokémon per Duftstoff anlocken. Das vereinfacht die Sammeljagd.

Während der Monsterhatz steigt der Spieler Stufen auf. Ab Level fünf stehen Arena-Kämpfe zu Verfügung, in denen drei Teams (Rot, Blau, Gelb) gegeneinander antreten, um die Arenen zu erobern. Auch diese virtuellen Kampfplätze sind mit realen Bauwerken verbunden. Für einen Erfolg auf den Spielfeldern sind starke Pokémon ratsam. Jedes Monster hat einen sogenannten Wettkampfpunktewert, der die Stärke der Pokémon bestimmt. Die Stärke selbst wird auf der einen Seite vom Sammlerglück bestimmt und kann auf der anderen Seite durch Training verbessert werden.

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 Wer steckt hinter dem Spiel?

Es wurde gemeinsam entwickelt von der Nintendo-Beteiligung Pokémon Company und der ehemaligen Google-Tochter Niantic Labs. Letztere hatte unter dem Dach des Internet-Konzerns das ebenfalls auf Ortungsdaten basierte Spiel „Ingress“ programmiert. In ihm kämpfen zwei Lager um virtuelle Portale, die an verschiedenen Orten platziert wurden – ähnlich wie in Pokémon Go.

Das Pokémon-Universum selbst wurde vom japanischen Spieleentwickler Satoshi Tajiri begründet. Tajiri verknüpfte mit den Pokémon-Spielen zwei seiner Leidenschaften: Insekten sammeln und Spiele entwerfen. Pokémon ist zweifelsohne sein Meisterstück.

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 Wird das Spiel ein Erfolg?

Ohne Wenn und Aber: ja. Weil das Spiel kostenlos ist und die Pokémon-Marke eine enorme Zugkraft besitzt, wurde es in allen Ländern, in denen es bislang erschienen ist, auf den ersten Platz der Download-Charts katapultiert. Allein aus Merchandise-Sicht wird sich das Programm für Entwickler Niantic Labs und Herausgeber Nintendo lohnen. Die Aktie der Japaner stieg nach Veröffentlichung von Pokémon Go innerhalb einer Woche um 52 Prozent.

Stichwort „kostenlos“: Obwohl das Spiel gratis ist, winken dem Hersteller auch Einnahmen aus Pokémon Go selbst. Das Spiel folgt dem Prinzip „Pay to Win“, also „bezahle, um zu gewinnen“. Zwar kann man Pokémon Go auch spielen, ohne dafür zu bezahlen. Schnelle Fortschritte stellen sich jedoch besonders dann ein, wenn man per realem Geld virtuelle Gegenstände kauft, mit denen der Spieler etwa die kleinen Monster verbessern oder schneller finden kann. Wie „Spiegel-Online“ berichtet, verteilen sich die Einnahmen der Mikrotransaktionen dabei wie folgt: Niantic erhält 30 Prozent, 30 Prozent an „The Pokémon Company“ (Anteilseigner Nintendo), 10 Prozent an Nintendo und 30 Prozent an die AppStore-Betreiber Apple und Google.

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 (mit dpa)