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„Mit dem Bündnis die Region stärken“ Ulrich Kruthaup, der neue stellvertretende Familienbündnis-Vorsitzende, im Gespräch

05.03.2022, 06:35 Uhr

Ulrich Kruthaup (56 Jahre) ist neu zum stellvertretenden Vorsitzenden des Familienbündnisses gewählt worden. Wir sprachen mit dem Geschäftsführer der Einrichtungen der Hasselmann-Gruppe über Familienfreundlichkeit im eigenen Unternehmen und seine Pläne für die Bündnisarbeit. Die Hasselmann-Gruppe aus dem Osnabrücker Südkreis hat in den vergangenen Jahren immer wieder als guter Arbeitgeber überzeugt – etwa beim „Great-Place-to-Work“-Branchenwettbewerb. Zudem sind die dazu gehörenden Einrichtungen Blomberg-Klinik, Residenz am Salzbach und Klinik im Kurpark gerade beim Plenum des Familienbündnisses als familienfreundliche Arbeitgeber ausgezeichnet worden. Der Unternehmensverbund aus der Gesundheitsbranche ist seit 2021 Mitglied im Bündnis.

Warum haben Sie sich jetzt entschieden, sich verstärkt im Familienbündnis zu engagieren?

Familienorientierte Unternehmensführung ist mir eine Herzensangelegenheit. Wir als Dienstleister im Gesundheitswesen agieren bereits sehr familienfreundlich, sonst könnten wir in unserer Branche gar nicht bestehen. 80 Prozent unserer Belegschaft sind weiblich. Wir haben daher die Arbeitszeiten flexibilisiert. Beim Plenum des Familienbündnisses wurde gefragt, ob sich noch ein Unternehmensvertreter aus dem Landkreis finden würde für den Vorstand. Ich habe spontan zugesagt. Denn ich weiß, dass ich zum Thema etwas liefern und auch noch etwas mitnehmen kann. Schließlich ist nichts so gut, dass man es nicht noch besser machen könnte. Ich lerne gerne dazu. Mir geht es darum, dass wir unsere unterschiedlichen Talente im Bündnis sinnvoll für die Gemeinschaft nutzen.

Was sind Ihre Ziele für das Familienbündnis?

Eine familienorientierte Unternehmensführung ist meiner Meinung nach alternativlos. Ich bin selbst auch Vater von zwei erwachsenen Kindern. Wenn diese heute noch einmal klein wären, würde ich mehr Zeit mit ihnen verbringen. Für mich als berufstätiger Vater wäre in der Hinsicht damals Luft nach oben gewesen. Ich möchte heute dafür werben, dass eine familienorientierte Haltung in den Firmen Normalität wird. Da gibt es noch Potenzial, gerade in den männerdominierten Branchen.

Was ist Ihnen in Ihrem Unternehmen in Bezug auf Familienfreundlichkeit besonders wichtig?

Wir haben einen Pool an Maßnahmen. So haben wir zum Beispiel 2013 die Regelung Kindergeburtstags-frei eingeführt. Das bedeutet, dass Mitarbeitende mit Kindern im Alter bis 14 Jahre, die ihren Geburtstag feiern, an dem Arbeitstag bezahlt frei bekommen. KGF steht dann im Dienstplan. Das ist inzwischen etabliert und einer unserer Leuchttürme auch in der Außendarstellung. Außerdem bieten wir Essen zum Mitnehmen aus unserer Küche an. Die Mitarbeitenden können nach vorheriger Anmeldung für die Familie Mittagessen zum subventionierten Preis erhalten. Das nimmt unseren Mitarbeitenden viel Hausarbeit ab.

Überdies machen wir Mitarbeiterkindern, den sogenannten Mikis, besondere Angebote, etwa bei Ferienjobs oder auch in der Ausbildung. Es ist doch der größte Vertrauensbeweis, wenn Mitarbeitende ihre Kinder zu uns schicken. Die Mikis sollen ein eigenes Forum und ein eigenes Konzept bekommen.

Was sind nach Ihrer Meinung die größten Herausforderungen für die Bündnis-Arbeit?

Familienorientierte Unternehmensführung ist nicht bequem. Sie macht Arbeit. Dennoch wollen wir noch mehr Unternehmen dazu animieren, sich die Arbeit zu machen, denn sie lohnt sich. Am Ende sind die Mitarbeitenden zufriedener und setzen sich daher vielleicht anders für den Betrieb ein. Auch bleibt die Gerechtigkeitsdiskussion in den Unternehmen zwischen Mitarbeitenden mit und ohne Kind eine Herausforderung. Manchmal ist ein Angebot für Erwerbstätige mit Kind im direkten Vergleich mit Kinderlosen nicht gerecht. Da stellt sich die Frage: Kann ich dem Einzelnen den Vorteil gönnen? Es geht also auch darum, für Toleranz innerhalb der Belegschaft zu werben.

Wo soll das Bündnis nach Ihrer Vorstellung in zehn Jahren stehen?

Mit der Bündnisarbeit geht es auch darum, die Region zu stärken. Und für eine starke Region brauchen wir interessante Arbeitgeber, damit wir auch morgen noch Arbeitskräfte haben. Dabei ist die familienfreundliche Haltung ein entscheidender Faktor. Zudem sollte das Bündnis weiterwachsen. Wir müssen möglichst viele Chefs dazu bewegen, sich als familienfreundlicher Arbeitgeber zertifizieren zu lassen.

Haben Sie Wünsche an die Bündnis-Mitglieder?

Ich wünsche mir einen offenen und konstruktiven Austausch unter Gleichgesinnten darüber, wie sich die Ideen der Familienorientierung in die betriebliche Praxis umsetzen lassen.

Lernen Sie die familienfreundliche Arbeitgeber der Region Osnabrück kennen.

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