Erziehungstipp Was tun, wenn Kinder ihre Eltern schlagen?

Von Cornelia Achenbach | 28.04.2016, 14:45 Uhr

Für alle Eltern ist es ein schockierender Moment, wenn sich das eigene Kind plötzlich gegen sie richtet, sie schlägt und tritt. Sorgen müssen sie sich allerdings erst ab einem bestimmten Alter machen.

„Wenn Kinder hauen, ist es wichtig, auf ihren Entwicklungsstand zu schauen“, sagt Maria Große Perdekamp von der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke).

Mit zwei Jahren sind die Kinder mitten in der Trotzphase und noch nicht in der Lage, ihre Gefühle zu kontrollieren. Häufig fehlen den Kindern auch die Worte, um ihrer Wut Ausdruck zu verleihen. „In diesem Fall sollten Eltern gelassen bleiben und das Schlagen als Zwischenschritt in der Entwicklung betrachten“, sagt Maria Große Perdekamp. Statt langer Erklärungen, die so kleine Kinder ohnehin noch nicht nachvollziehen könnten, sollten es die Eltern bei einem klaren „Wir schlagen uns nicht“ belassen. Und geduldig sollten sie sein: „Erziehung braucht Zeit, das Verhalten ändert sich nicht von heute auf morgen“, sagt die Leiterin der bke-Onlineberatung. Auch kleine Schritte sollten daher gelobt werden. (Weiterlesen: Wie verhindere ich, dass sich mein Kind öffentlich blamiert?)

Jugendliche, die schlagen

Im Grundschulalter sollten Kinder jedoch die kognitive Reife erlangen, um ihre Gefühle zurückzuhalten und mit Konflikten anders umzugehen. Sollten sie im Streit immer noch ihre Eltern oder andere Kinder schlagen, sollten sich Eltern Hilfe holen – beim Kinderarzt oder der Erziehungsberatungsstelle.

„Auch im Jugendalter gibt es Kinder, die ihre Eltern schlagen –, was bei diesen viel auslöst“, sagt Maria Große Perdekamp. Die Gründe, warum Kinder auch in der Pubertät noch gewalttätig sind, sind vielfältig und müssen einzeln betrachtet werden. Falsch wäre es, aus Scham keine Konflikte mehr einzugehen. Ebenfalls falsch: zurückzuschlagen.

„Gewalt mit Gewalt zu beantworten ist sicherlich keine angemessene Lösung“, sagt Große Perdekamp. Schon gar nicht bei kleinen Kindern, die noch gar nicht in der Lage dazu sind, sich in andere hineinzuversetzen. Empathie entwickeln Kinder nämlich erst im Alter von vier bis fünf Jahren.

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