Mischung aus Kombi und SUV Der Subaru Outback: Ein echter Stereo-Typ

Von Lothar Hausfeld | 05.12.2015, 07:45 Uhr

Obwohl Subaru vor 20 Jahren einer der ersten Hersteller war, der mit Geländekombis einen Trend entdeckte, fahren die Japaner heute hinterher. Der Outback ist bereits in der fünften Generation am Start. Im Test: der 150-PS-Boxer-Diesel mit neuem „Eyesight“-Assistenzsystem.

Rein optisch macht Subaru vor, wie man einen Crossover zu gestalten hat: für einen Kombi ganz schön wuchtig, für ein SUV geradezu zierlich. Auf jeden Fall geht man beim Design einen Weg, der zu der „Marke für Individualisten“ passt. Rund gelutscht oder modisch ist hier jedenfalls nichts. Das mag vielleicht nicht jeder, ist aber dafür auch nicht an jeder Straßenecke zu sehen.

Im Innenraum gefällt vor allem das großzügige Platzangebot – sowohl vorn wie hinten als auch im Kofferraum. Haptisch hat Subaru mit dem Outback der fünften Generation einen großen Sprung gemacht, deutlich schmeichlerischer als früher geben sich die verarbeiteten Materialien.

Wenn die stufenlose CVT-Automatik namens Lineartronic an Bord ist – was in der Basisausstattung nicht möglich ist, bei „Active“ sowie „Trend“ 2500 Euro Aufpreis kostet und in der im Testwagen vorhandenen Topausstattung „Sport“ immer der Fall ist –, verrichtet auch stets das neue Assistenzsystem „Eyesight“ seinen Dienst. „Eyesight“ blickt aus zwei Kameras, die ein stereoskopisches Bild ergeben, nach vorne, um mögliche Unfallpotenziale zu erkennen, vor ihnen zu warnen und schließlich auch zu verhindern.

Glücklicherweise blieben die Testfahrten mit dem komfortablen Kombi von echten Gefahrensituationen verschont, doch wie fast alle anderen Assistenzsysteme reagiert auch dieses manches Mal zu voreilig, piepst und blinkt dann aufgeregt warnend vor Gefahren, die gar nicht existent sind. Immerhin: Unabhängige Prüfzentren haben ermittelt, dass der Stereo-Typ von Subaru zuverlässiger als die Konkurrenz bis Tempo 50 eine Kollision verhindern kann.

Der zwei Liter große Boxerdiesel ist ein Vorbild an Laufruhe. Laut wird es nur dann, wenn das CVT-Getriebe an die Belastungsgrenze gebracht wird. Permanente Vollgasfahrten sind also nicht zu empfehlen, da dann neben einem aufheulenden Motor auch der Verwalter der Kraftstoffkasse den Tränen nahe ist. Die im Datenblatt vermerkten 6,1 Liter Diesel auf 100 Kilometer sind nicht einmal dann zu erreichen, wenn man das Gaspedal ausschließlich streichelt.

Dabei ist „Streicheln“ – zumindest auf asphaltierten Strecken – durchaus das Gebot der Stunde. Sportliche Ambitionen werden im Outback nicht bedient, stattdessen verwöhnt der Japaner seine Insassen mit einem hohen Komfort; auch lange Strecken lassen sich problemlos und entspannt bewältigen. Im Gelände dagegen – auch ein schicker Subaru ist eben ein kerniger Kerl – darf es ruhig etwas härter zugehen: Allradantrieb ist natürlich an Bord, und so zivilisiert und unauffällig sich der Outback im Alltag gibt, so gerne wühlt er eben auch im Dreck.