Der Premium-Stromer kommt Audis A3 e-tron fährt solide in die Zukunft

12.07.2014, 09:41 Uhr

Kompakte City-Stromer sind zurzeit schwer im Trend. Sie fahren einige Dutzend Kilometer nur vom Strom getrieben, und einige verlängern das Fahrvergnügen zusätzlich mit einem Range-Extender oder einem Plug-in-Hybrid-System. Nach der erfolgreichen Einführung von eGolf, Golf GTE und BMW i3 fährt ab Ende Juli nun auch ein Audi, der A3 e-tron, surrend auf dem Asphalt der Städte und Gemeinden.

Der überaus sportlich aussehende Sportback kann rein elektrisch bis zu 50 Kilometer weit cruisen und hat dann noch weitere 890 Kilometer Reichweite im Benzintank, um mit dem 150 PS starken Turbo-FSI-Motor von Flensburg bis nach Ingolstadt fahren zu können, ohne Nachtanken zu müssen. Der Einstiegspreis des A3 Sportback e-tron liegt bei 37900 Euro.

Zu den mehr als ausreichenden Pferdestärken des Benziners kommt noch der 75 kW starke Elektromotor hinzu, sodass über eine Hybrid-Systemleistung von 204 PS verfügt werden kann.

Die Lithium-Ionen-Batterie hat eine Kapazität von 8,8 kWh und lässt sich an einer sogenannten Industriesteckdose in etwas mehr als zwei Stunden aufladen. Hierzu werden die vier Audi-Ringe aus dem Kühlergrill beiseitegeschoben und der Mennekesstecker mit dem Ladekabel an einer Elektrotankstelle verbunden. An einer normalen Haushaltsteckdose dauert das Laden etwa 3:45 Stunden.

In 7,6 Sekunden beschleunigt der Audi A3 e-tron auf 100 Stundenkilometer, die Höchstgeschwindigkeit endet bei 222 km/h. Im rein elektrischen Betrieb ist die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h begrenzt, damit die Batterie nicht schon nach wenigen Kilometern leergesaugt wird. Der zarte Verbrauch nach liegt laut ECE-Norm bei 1,5 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer. Das entspricht einer CO2-Emission von 35 Gramm pro Kilometer. Dieser Traumwert lässt sich im Alltag sicherlich nicht erfahren, aber bei unseren ausführlichen Testfahrten sorgte ein realer Verbrauch von 2,7 Litern auch für strahlende Gesichter bei den Audi-Ingenieuren.

Und wie fährt sich nun so ein Plug-in-Hybrid mit Flüsterantrieb? Zum Starten des 4,31 Meter langen Hightech-Audis wird wie im ganz normalen A3 der mattsilberne Knopf in der Mittelkonsole gedrückt. Zahlreiche LEDs und Grafiken erhellen das Cockpit. Nun wird der Fahrmodus bestimmt, vier stehen zur Auswahl.

Wer rein elektrisch fahren möchte, wählt „EV“, das Kürzel für Electric Vehicle. „Auto“ nutzt die Batterie zusammen mit dem Verbrennungsmotor so effizient wie möglich, der Bordcomputer schaltet vollautomatisch hin und her. Bei „Hold“ wird die Batterieladung auf dem aktuellen Stand gehalten, sodass man den Strom beispielsweise für eine bevorstehende rein elektrische Fahrt durch die Innenstadt aufhebt. Im „Charge“-Modus wird die Batterie über den laufenden Verbrennungsmotor geladen – nicht direkt sinnvoll, aber manchmal eben unerlässlich.

Das Hybridmanagement regelt das Zusammenspiel der Antriebe auf intelligente Weise. Es bietet dem Fahrer noch zusätzlich unterschiedliche Funktionen wie den kraftvollen Boost, bei dem beide Motoren aktiv zusammenarbeiten. Auch bei der Rekuperation, die die kinetische Energie des Automobils in die Batterie zurückbefördert, wird stets variabel und computeroptimiert geladen.

Im „EV“-Modus geht die Fahrt fast lautlos über die Bühne. Mit einem klassischen Kick-down kann man jederzeit den Verbrenner hinzuschalten. Die Fahreigenschaften sind komfortabel, so solide und so angenehm, wie man es von einem Audi gewohnt ist. Der Innenraum ist, mit Ausnahme der grün beleuchteten „EV“-Wahltaste, identisch zu allen anderen Audi A3. Auch das gehört ja irgendwie zur Alltagstauglichkeit eines ansonsten eher zukunftweisenden Fahrzeugs.