Sportwagen und alltagstauglich Porsche 911 Carrera 4S: Alpentour und Nassrasur

Von Lothar Hausfeld | 29.06.2019, 10:30 Uhr

Seit 55 Jahren ist der Porsche 911 eine fahrende Legende. Auch in der aktuellen, achten Generation hat der Elfer nichts von seiner Faszination eingebüßt. Im Test: der 911 Carrera 4S mit 450 PS und Allradantrieb.

Die Aufregung, dass Porsche bei der Modellpflege der Vorgängergeneration den Saugermotor eingemottet hat, ist mittlerweile vergessen – gut so, denn auch mit Sechszylinder-Boxer und Biturbo-Aufladung ist der 911er eine annähernd einzigartige Fahrmaschine. Und zwar eine, die sowohl den Alltag mit Kurz- und Langstrecke bewältigt als auch auf den Rennkurs kann. Oder, wie Ex-Rallyeweltmeister Walter Röhrl sagt: „Montags ins Büro, dienstags nach Hamburg und am Wochenende zum Skifahren in die Alpen – alles geht mit dem 911er.“

Leichtfüßigkeit

Über Beschleunigungswerte, Spitzengeschwindigkeiten oder sonstige Linke-Spur-Auszeichnungen soll an dieser Stelle nicht philosophiert werden – der Porsche 911 beherrscht das alles mit einer ausgesprochenen Leichtfüßigkeit. Und mit einer soliden Diskretion. Zwar lässt sich die Sportauspuffanlage auch in den Krawallmodus versetzen, doch passt das zurückhaltende Cruisen, der dezente Hinweis, dass man jederzeit könnte, aber eben nicht muss, viel besser zu dieser rollenden Legende.

Stattdessen soll an dieser Stelle thematisiert werden, dass der 911, der trotz massiver SUV-Verkäufe immer noch das Herz der Marke ist, auch andere, überraschende Seiten hat. Etwa der Komfort: Im Alltag bringt der Zweitürer Fahrer und Beifahrer auch über schlechte Straßen entspannt zum Ziel.

Annehmlichkeiten

Das Cockpit bietet eine große Palette an Annehmlichkeiten, das meiste wird mittlerweile über einen großen, zentralen Touchscreen gesteuert und nicht mehr über eine Vielzahl an Knöpfen. Die wuchtige Mittelkonsole wirkt dennoch ein wenig traurig verwaist mit ihrer großen, funktionsfreien Klavierlackfläche.

Ein Nässedetektor warnt den Fahrer vor möglichem Aquaplaning und empfiehlt den Wechsel auf den „Wet Mode“, der das Fahrzeug durch gedrosselte Kraftentfaltung auf nassen Straßen einfacher kontrollierbar macht. Netter Nebeneffekt der Nassrasur: Man unterbietet den Normverbrauch von 9,0 Litern je 100 Kilometer.

Saftiger Preis

Keine Überraschung: die saftigen Preise. Der Carrera 4S startet bei 127979 Euro, mit Extras wie Hinterachslenkung, Keramikbremsen, Sportabgasanlage, Bose Sound und vielem mehr standen am Ende 170824 Euro auf der Preisliste. Für das Geld muss ein Auto aber auch ein Alleskönner sein...

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