Welche Versicherung zahlt? ADAC warnt vor Unfällen durch Pokémon Go

13.07.2016, 18:56 Uhr

Seit Mittwoch ist das neue Smartphone-Spiel Pokémon Go auch in Deutschland verfügbar - der ADAC warnt bereits vor Unfällen. Und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft klärt über Schadensregulierung in solchen Fällen auf.

Wer in dem Spiel eine Pokémon-Figur erwischen wolle, der müsse dauerhaft auf sein Handy blicken und verliere dabei „nur allzu leicht“ den Blick für die Umgebung, warnt der ADAC. Dadurch könnten gefährliche Situationen im Straßenverkehr entstehen. Spieler könnten sich animiert fühlen, über die Straße zu laufen, ohne auf den Verkehr zu achten - dies gelte besonders für Kinder.

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Der Autoclub empfiehlt Eltern, das Spiel mit den Kindern auszuprobieren und auf Probleme hinzuweisen. In den USA sei es bereits zu brisanten Zwischenfällen gekommen, erklärt der ADAC: Autofahrer hätten mitten auf der Autobahn gewendet, um ein Monster einzufangen, oder seien auf der Landstraße stehen geblieben, weil plötzlich ein Pokémon auf dem Armaturenbrett aufgetaucht sei. Außerdem habe die Polizei Motorradfahrer gestoppt, weil sie ihre Handys mit laufendem Spiel auf den Lenker montiert hatten.

Eine junge Amerikanerin fand statt des gesuchten Pokémons eine im Wasser treibende Leiche.

Doch was ist nun eigentlich, wenn Horden von Pokémon-Trainern mit dem Smartphone vor der Nase gegen ein Auto laufen? Wer zahlt für die Schäden? Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) klärt auf:

Wer zahlt bei Verletzungen durchs Spielen:

Wenn ein schwerer Unfall zu gesundheitlichen oder finanziellen Folgen führt, greift die private Unfallversicherung. In der Regel sei man auch beim Spielen auf dem Smartphone versichert, erläutert der GDV. Es spiele auch grundsätzlich keine Rolle, ob man beim Spielen leichtsinnig oder gar leicht oder grob fahrlässig gehandelt habe.

Es gibt aber noch die Kfz-Haftpflichtversicherung eines Autofahrers, der einen Spieler erfasst. Grundsätzlich zahlt diese bei einem Verkehrsunfall mit einem Fußgänger. Doch: Ist dieser etwa geistesabwesend und ins Spiel versunken über die Straße gegangen, kann er unter Umständen eine Mitschuld am Unfall tragen - was die Leistungen mindern würde.

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Wer zahlt bei anderen Schäden?

Wer ins Spiel versunken einen Schaden verursacht - ob aus Leichtsinn, Missgeschick oder Vergesslichkeit - ist durch eine private Haftpflichtversicherung abgesichert. Sie greift aber nicht, wenn der Schaden vorsätzlich angerichtet

Die kostenlose Spiele-App Pokémon Go animiert die Nutzer, mit ihrem Smartphone durch die Gegend zu laufen und in der „echten Welt“ versteckte Pokémon-Figuren einzufangen. Dabei werden die GPS-Funktion und das Kartenmaterial des Smartphones genutzt. Seit der Veröffentlichung der App in der vergangenen Woche in einigen Ländern wurde sie bereits millionenfach heruntergeladen.