Teil 2: Wissen zum Star Wars 7-Film Funktioniert Star-Wars-Feuchtfarm auf Wüstenplaneten ?

Von Waltraud Messmann | 17.12.2015, 08:00 Uhr

In Star-Wars-Filmen wie „Das Erwachen der Macht“ ist viel futuristische Technik zu sehen. Nicht immer aber rütteln die Fantasien der Drehbuchautoren an den Grundfesten der Physik, meint der Osnabrücker Physiker Jochen Gemmer. So seien die Feuchtigkeitsvaporatoren, mit denen die Bewohner der Wüstenplaneten ihre Wasserversorgung sichern, auch mit Erkenntnissen der Physik kompatibel.

Auf einer Feuchtfarm mit entsprechenden Vaporatoren wuchs auf dem Planeten Tatooine auch die Star-Wars- Filmfigur Luke Skywalker auf. Bis er mit 19 Jahren von dem Jedi-Meister Obi-Wan Kenobi in die Lehren der Jedi eingewiesen wurde, war Skywalker dort als Feuchtfarmer tätig. Die Feuchtfarmen auf den Wüstenplaneten in der Star Wars-Saga bestehen aus einer Säule in der Mitte, um die einige Kühlröhren angebracht sind. Damit wird die Luftfeuchtigkeit kondensiert, um die so erzeugten Wassertröpfchen anschließend in Tanks sammeln zu können.

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In „Das Erwachen der Macht“ existieren solche Feuchtigkeitsvaporatoren vermutlich auch auf dem Wüstenplaneten Jakku. Vor allem diese Standortwahl lässt Gemmer dann aber doch an der Realitätsnähe der Star Wars -Filme zweifeln: Gerade in Wüstengebieten mache eine solche Technik wenig Sinn, meint der Experte. Die Energiemenge, die der „Luftkühlschrank“ in trockenen Wüsten benötige, um hinreichend Wasser zu kondensieren, sei viel zu groß. Deshalb gebe es solche Wassergewinnungssysteme in Wüsten auch nicht, betont der Professor an der Universität Osnabrück.

Diese Systeme machten eigentlich nur dort Sinn, wo die Natur zusätzlich helfe. So ließen die Bewohner in einigen Teilen der regenarmen chilenischen Atacama-Region Nebel an Netzen kondensieren. Das sei aber nur deshalb machbar, weil dort Nebel (also Luftfeuchte) aufgrund der direkten Nähe zum Pazifik ausreichend vorhanden sei und die Netze durch die niedrigen Nachttemperaturen gekühlt würden, erläutert Gemmer. „Auf Tatooine und Jakku würde das sicher nicht funktionieren.“ Und deshalb seien die Feuchtfarmen auf den Wüstenplaneten der Star Wars –Saga am Ende eben doch nur Science Fiction.