SoFi 2015: Mit Filter und Tele Sonnenfinsternis am 20. März 2015: So macht man Fotos

Von Christof Haverkamp | 14.03.2015, 12:22 Uhr

Am 20. März 2015 ist in Deutschland eine 70-80-prozentige Sonnenfinsternis zu sehen. Mit Hilfe einer aluminisierten Filterfolie lässt sich das Ereignis fotografieren.

Liebe Fotofreunde,

es ist ein seltenes Ereignis: Am Freitag (20. März) werden morgens zwischen ungefähr 9.30 Uhr und kurz vor 12 Uhr schiebt sich der Mond vor die Sonne, von der fast 80 Prozent verdeckt sein werden. Mit etwas Vorbereitung kann man davon Fotos machen. Dazu einige Tipps.

1. Der erste ist der wichtigste: Das starke Licht kann die Augen und den Kamerasensor schwer schädigen. Also aufgepasst! Daher braucht man zwingend ein geeignetes Sonnenfilter, das vor das Objektiv gesetzt wird. Von einfachen Folien raten Experten dringend ab. Auch mit Ruß geschwärzte Glasplatten eignen sich nicht.

2. Eine ausführliche Beschreibung, wie man sich selber einen Vorsatz basteln kann, findet sich in der Fachzeitschrift „c´t Digitale Fotografie“ (Ausgabe 02/15, März-April, Preis 9,90 Euro). Benötigt wird demnach eine qualitativ hochwertige Folie mit dem Namen „AstroSolar“, die in der Standardgröße von A4 etwa 25-30 Euro kostet. Empfohlen wird die optische Dichte ND5.0, wobei ND für Neutral Density steht. Damit wird das Licht abgeschwächt. Es gibt die Folie auch in der Dichte ND 3.8, aber die ist nicht so geeignet. (ND-Filter, die man vors Objektiv schraubt, werden übrigens in der Landschaftsfotografie eingesetzt, um lange Belichtungszeiten vom Wasser zu bekommen - ein interessanter Effekt bei Wasserfällen oder Aufnahmen vom Meer.)

Die Spezialfolie wird mit doppelseitigem Klebeband zwischen zwei Pappringe geklebt. Die Folie darf dabei keine Falten werfen. Außerdem werden Pappstreifen um die Vorderseite des Teleobjektivs gelegt und zu einem Ring verklebt. Und zum Schluss klebt man den Filter vor den Pappring. Wie erwähnt, steht eine umfassende Anleitung mit Bildern in der Zeitschrift c´t Digitale Fotografie. 

3. Nötig ist auf jeden Fall ein starkes Teleobjektiv mit einer Brennweite von 300mm oder mehr (bei Kleinbild) - sonst erscheint die Sonne zu klein. Das ist dementsprechend auch beim Mond so. Ein Smartphone eignet sich also leider nicht.

4. Um scharfe Bilder zu bekommen und Verwacklungen zu vermeiden, sollte wie bei Nachtaufnahmen man ein Stativ benutzen und dazu einen Fernauslöser (zur Not tut es der Selbstauslöser auch).

5. Um möglichst rauscharme Bilder zu bekommen, sollte die ISO-Zahl niedrig sein (zum Beispiel 100 oder 200). Qualitätssteigernd ist es, RAW-Dateien aufzunehmen und sie später in Lightroom , Photoshop oder im kostenlosen Programm Gimp zu bearbeiten.

6. Die richtige Belichtungszeit lässt sich nur durch Ausprobieren herausfinden.

7. Um den Verlauf der Sonnenfinsternis abzubilden, lohnen sich Aufnahmen in Abständen von fünf bis zehn Minuten. Mit dem Freeware-Programm AviStack2, hier ein erkärendes  Video , kann man die Einzelaufnahmen spläter am Computer zu einer Serienaufnahme kombinieren. 

Am Schluss noch einmal der Hinweis, eine spezielle Schutzbrille  als Augenschutz zu tragen. Nun hoffe ich, dass es am Freitagmorgen einen möglichst wolkenfreien Himmel gibt, denn die nächste Sonnenfinsternis in Deutschland ist dann erst wieder am 10. Juni 2021.

Gut Licht! 

Christof Haverkamp

(Unter Verwendung von Foto-Hinweisen von dpa)