Schutzfunktion beim Sport Warum läuft die Nase, wenn man etwas Scharfes ist?

Von Nadine Sieker | 06.06.2015, 09:00 Uhr

Eine Erkältung hat man nicht und auch keine Allergie gegen Gräser oder Pollen – und trotzdem läuft die Nase, sobald man Sport treibt oder etwas Scharfes isst. Doch warum ist das so?

„Umso schärfer ein Essen ist, umso mehr läuft die Nase“, sagt Hanspeter Kirsche, Oberarzt des Universitätsklinikums Münster für HNO-Heilkunde. In diesem Fall spricht man von einer gustatorischen Rhinitis: einer wässrig-laufenden Nase, die keine allergischen Ursachen hat. Auf diese Weise reagiere der Körper auf die Schärfe im Essen.

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Dabei ist jede Art der Nahrungsaufnahme ein parasympathischer Reiz. Der Parasympathikus ist einer von drei Komponenten unseres vegetativen Nervensystems. Stimuliert durch die Schärfe leiten muskarinische Rezeptoren den Reiz weiter – und die Nase beginnt zu laufen. „Das ist in einem gewissen Maße normal. Bei dem einen ist es etwas stärker ausgeprägt, bei anderen weniger stark“, so Kirsche. Einige Menschen seien derart stark betroffen, dass sie bei jedem Essen ein Taschentuch benötigen.

Bessere Durchblutung

Ist das Laufen der Nase also ein körpereigener Schutzmechanismus? Das sei eher der Fall, wenn es beim Sport auftritt, sagt Kirsche. Denn bei körperlicher Belastung möchte der Körper den Muskeln mehr Blut zur Verfügung stellen. Auf diese Weise werden auch die Nasenschleimhäute besser durchblutet. Sie vergrößern sich und können mehr Luft aufnehmen „So kann die eingeatmete Luft besser gereinigt und erwärmt werden.“ Auf der anderen Seite aber hat die Nase dann Angst, auszutrocknen – und produziert mehr Sekret, um die Luft filtern zu können.

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Dabei verhält es sich wie beim Schwitzen: „Bei einem trainierten Sportler läuft die Nase schneller, weil der Körper darauf trainiert ist“, sagt Kirsche.

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