Kalter Kaffee als Geduldsprobe Was ist ein „Cold Brew Coffee“?

Von Elke Schröder | 24.06.2017, 09:00 Uhr

Eiskaffee und Frappé sind im Sommer die Klassiker unter den kühlen Alternativen zum heißen Kaffee. Seit ungefähr drei Jahren ist ein anderer kalter Kaffee auch hierzulande im Trend: „Cold Brew Coffee“ – ein kalt gebrühter Kaffee. Doch was steckt dahinter, und was ist der Unterschied zum Eiskaffee und Frappé?

Der kalt gebrühte Kaffee gilt als magenschonender im Vergleich zur herkömmlichen Filterzubereitung, weil er weniger Säure und Bitterstoffe enthält. Der Koffeingehalt sei jedoch genauso hoch, sagt Sabine Hülsmann, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Bayern. Ganz schön abgebrüht diese Kaffee-Variante, denn begrifflich ist sie eine Mogelpackung: Mit Brühen im Sinn von etwas mit heißem Wasser übergießen hat der Herstellungsprozess herzlich wenig zu tun.

Doch nicht nur das: Will man das Trendgetränk selbst zubereiten, braucht man viel Geduld. Nachdem das grob gemahlene Kaffeepulver mit kaltem Wasser übergossen wurde, muss man die Mischung nämlich mindestens zwölf Stunden bei Raumtemperatur in einem abgedeckten Gefäß ziehen lassen. Danach wird das Ganze (etwa 100 Gramm Kaffee auf einen Liter Wasser) durch ein feines Sieb gefiltert. Zur Lösung wird nochmals Wasser gegeben. Erst danach kann man den kalten Kaffee trinken entweder pur, mit Eiswürfeln, Milch oder Sahne. Wer es ausgefallener liebt, kann es auch mit Fruchtsorbet oder Tonic versuchen.

Der Unterschied zwischen Frappé und Eiskaffee ist folgender: Ersteren stellt man – nach griechischer Art – her, indem man löslichen Kaffee, Zucker mit zunächst ein wenig kaltem Wasser durch Schütteln oder Mixen ordentlich aufschäumt. Die Mischung wird dann mit Wasser – oder auch nach Wahl mit Kondensmilch – aufgefüllt. Gekühlt wird das Getränk mit Eiswürfeln. Eiskaffee ist dagegen ein abgekühlter Filterkaffee, der erst eiskalt durch eine Abfüllung mit Vanilleeis wird.