Infektion durch Gartenarbeit Im Sommer unbedingt Tetanus-Impfung auffrischen

Von Eva Voß | 08.06.2016, 17:16 Uhr

Im Frühjahr und Sommer steigen häufig die Ansteckungszahlen für Tetanus, weil die Menschen mehr Zeit im Freien verbringen. Ärzte empfehlen deshalb, unbedingt die Tetanus-Impfung aufzufrischen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sterben weltweit jährlich mehr als eine Millionen Menschen an Tetanus – vor allem in Afrika und Asien. Doch auch in Deutschland gibt es jedes Jahr einige wenige Infektionen. Eine Impfung schützt vor den Folgen einer Erkrankung. Während nach Angaben des Robert-Koch-Instituts fast jedes Grundschulkind (96 Prozent) einen ausreichenden Impfschutz hat, lässt der dieser bei Älteren nach. Nur etwa 72 Prozent der Erwachsenen sind gegen Tetanus ausreichend geimpft. Das liegt daran, dass die Immunisierung alle zehn Jahre aufgefrischt werden muss und viele das vergessen. Das ist problematisch, weil man sich leicht mit Tetanus infizieren kann, etwa bei der Gartenarbeit.

Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten zur Infektionskrankheit Tetanus zusammengestellt:

Welcher Erreger löst die Erkrankung aus?

Das Bakterium Clostridium tetani verursacht eine Tetanus-Erkrankung. Es kommt praktisch überall im Erdreich vor, deshalb ist besonders im Sommer bei der Gartenarbeit die Gefahr einer Infektion hoch – vorausgesetzt man ist nicht geimpft oder die letzte Impfung ist länger als zehn Jahre her. Schon kleinere Verletzungen durch Holzsplitter oder Dornen können zu einer Ansteckung führen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.

Welche Symptome treten bei einer Tetanus-Infektion auf?

Die typischen Symptome einer Tetanus-Erkrankung werden nicht durch die Bakterien selbst ausgelöst, sondern durch Giftstoffe, sogenannte Toxine, die die Bakterien absondern. Die ersten Krankheitszeichen treten nach drei Tagen bis drei Wochen auf. Zunächst äußert sich Tetanus durch grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Schwindel, Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit. Später kommt es häufig zu Verkrampfungen der Muskulatur, deshalb wird die Krankheit auch Wundstarrkrampf genannt. Besonders typisch ist, dass der Mund nicht mehr richtig geöffnet werden kann und ein grinsender Gesichtsausdruck entsteht. Im weiteren Verlauf der Erkrankung verkrampft häufig auch die lange Rückenmuskulatur – manchmal so stark, dass es zu Wirbelbrüchen kommen kann. Unbehandelt führt eine Tetanus-Erkrankung zum Tod durch Ersticken.

Wie häufig kommt eine Tetanus-Erkrankung in Deutschland vor?

Eine Tetanus-Erkrankung kommt in Deutschland selten vor, weil die meisten Menschen geimpft sind. Seit der Abschaffung der Meldepflicht für Tetanus 2001, lässt es sich schwer beurteilen, wie viele Infektionen es jedes Jahr tatsächlich gibt. Das Robert-Koch-Institut geht von 15 Fällen pro Jahr aus. In den Jahren 1999 und 2000, die letzten beiden vor Abschaffung der Meldepflicht, waren es jeweils acht Erkrankungen. Ältere Menschen erkranken häufiger als jüngere, weil die Älteren oft die Auffrischung des Impfschutzes vernachlässigen . Da das Bakterium Clostridium tetani praktisch überall im Erdreich vorkommt, stecken sich die meisten Menschen in Deutschland bei der Gartenarbeit an. Auch Tiere können die Krankheit etwa durch einen Biss übertragen. In Entwicklungs- und Schwellenländern kommt Tetanus deutlich häufiger vor, weil die Menschen oft nicht geimpft sind. Mehr als eine Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Tetanus.

Ist Tetanus heilbar?

Ja, aber der behandelnde Arzt muss schnell handeln. Zunächst wird das infizierte Gewebe chirurgisch entfernt. Antikörper sollen gegen die Giftstoffe wirken und Antibiotika das Bakterium abtöten. Trotzdem verläuft eine Tetanus-Infektion in 20 bis 50 Prozent aller Fälle tödlich.

Wie kann ich mich vor Tetanus schützen?

Mit einer Impfung. Fast jedes Kind in Deutschland (96 Prozent) ist geimpft, Ältere vernachlässigen die Auffrischung des Impfschutzes häufig. Die Grundimmunisierung erfolgt bei Babys meist ab einem Alter von zwei Monaten. Die erste Auffrischung folgt im Alter von fünf bis sechs Jahren und die dritte Impfung zwischen dem 10. und 17. Lebensjahr. Von da an muss die Impfung alle zehn Jahre aufgefrischt werden, damit der Schutz ausreichend ist.

Quellen: Robert-Koch-Institut, www.impfen-info.de

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