Grippesaison 2016/17 Grippewelle rollt: Wie gut wirkt der Grippeimpfstoff?

Von Waltraud Messmann | 25.01.2017, 16:09 Uhr

Die Grippewelle 2017 ist da. Experten rufen vor allem ältere Menschen auf, sich doch noch gegen Influenza impfen zu lassen. Doch wie ist es in dieser Grippesaison um die Wirksamkeit des Impfstoffes bestellt?


  • Risikogruppen, die sich auch jetzt noch gegen Grippe impfen lassen sollten.
  • Ältere Menschen ab 60 Jahren
  • Chronisch Kranke mit Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Medizinisches Personal
  • Schwangere

Experten empfehlen, die Impfentscheidung im Einzelfall mit einem Arzt zu besprechen.

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Das Grippegeschehen in Deutschland und auch europaweit dominieren aktuell Influenza-Viren des Subtyps A(H3N2). Mit 98 Prozent sind sie hierzulande die bisher am häufigsten identifizierten Influenzaviren. Der Subtyp A(H3N2) zeichnet sich dadurch aus, dass er vor allem bei Menschen über 60 Jahren zu schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen führen kann. Deshalb richten sich die Aufrufe der Experten, sich auch jetzt noch impfen zu lassen, gezielt an diese Personengruppe. Nach Angaben des Robert-Koch Instituts waren 28 der 31 bislang gemeldeten Grippetoten älter als 59 Jahre.

Dreifachimpfstoff

Der in der aktuellen Saison dominierende Subtyp A(H3N2) ist in dem Dreifachimpfstoff, den die gesetzlichen Krankenkassen für die Grippesaison 2016/17 eingekauft haben, enthalten. Aussagen über seine Wirksamkeit sind allerdings noch nicht möglich. Nach Angaben der Sprecherin des Robert-Koch-Instituts Susanne Glasmacher hängt das unter anderem damit zusammen, dass der übliche Test zur Prüfung der Effizienz einzelner Impfstoffkomponenten bei A (H3N2) nicht funktioniere. Laufende Untersuchungen zur Impfeffektivität aus Finnland und Schweden deuten aber auf eine verhältnismäßige niedrige Wirksamkeit des aktuellen Impfstoffs gegen die zirkulierenden A-(H3N2-)Viren hin. Die Impfwirksamkeit in der Altersgruppe 65 Jahre und älter liegt demnach bei 30 Prozent. Bei einer optimalen Grippeimpfung sollte der Wert bei 60 bis 70 Prozent liegen. Experten betonen, auch wenn der Impfschutz nicht perfekt sei, sei für Risikogruppen eine Impfung aber ratsam.

Grippesaison 2015/16

In der Grippesaison 2015/16 waren vor allem jüngere Menschen betroffen: Von den insgesamt 161 Grippetoten in Deutschland waren damals 43 Prozent unter 60 Jahre alt. Und von den insgesamt 3615 Influenzafällen in der Woche bis zum 10. April 2016 waren 2569 Erkrankungen mit Influenza B. Der größte Teil der vor einem Jahr zirkulierenden Influenza-B-Viren war von dem damals verimpften Dreifachimpfstoff aber nicht abgedeckt. Ausgerechnet die dominierende Virusvariante B/Brisbane/60/2008 aus der B-Victoria-Linie war in der Grippesaison 2015/17 nur in dem Vierfachimpfstoff enthalten, der von den gesetzlichen Krankenkassen nicht eingekauft worden war. Den Nachteil, den man im vergangenen Winter hatte, dass bei B eine Variante zirkuliert hatte, die nicht im Dreifachimpfstoff war, gibt es in dieser Saison aber nicht.Allerdings spielen die B-Varianten des Grippevirus bisher in Deutschland auch keine große Rolle. Das gilt auch für den unter dem Namen Schweinegrippe bekannte Subtyp A (H1N1), der ebenfalls in dem Dreifachimpfstoff enthalten ist.