Geld zurück für Onlineinkäufe Bonusprogramme: Was steckt hinter Cashback-Seiten?

Von Olga Zudilin | 30.08.2015, 15:34 Uhr

Cashback-Seiten wie qipu.de oder andasa.de werben damit, dass sie registrierten Kunden für einen Einkauf bei bestimmten Onlineshops Geld zurückerstatten. Verbraucherschützer sehen darin zwar eine Möglichkeit, von der Kunden profitieren können, allerdings nur, wenn sie das Kleingedruckte genau lesen.

Ob Treuepunkte, Marken oder Coupons: Beim Einkaufen begegnen Verbrauchern viele Möglichkeiten, mit denen sie angeblich Geld sparen können. Einige Internetseiten wie qipu.de oder andasa.de versprechen ihren Kunden sogar einen Teil ihres Einkaufswertes zurückzuerstatten. „Cashback“ heißt die Strategie und basiert auf dem sogenannten „Affiliate Marketing“. Das heißt: Die Seiten vermitteln den Onlineshops Kunden und bekommen als Gegenleistung eine Gebühr. Dafür müssen sich die Kunden auf einer der Bargeld-Bonus-Seite registrieren. Von der Seite aus kann sich der Kunde auf einen Onlineshop klicken. Kauft er dort ein, bekommt die Cashback-Seite eine Provision vom Händler. (Weiterlesen: Shopkick-App: Kunden werden ferngesteuert) 

Prozentsätze variieren

Einen Teil dieser Provision wird dann dem Kunden gutgeschrieben. Die Anbieter werben damit, dass sie die Daten nicht für Werbezwecke verkaufen. Die Seite qipu.de verspricht, dass sich der Kunde den Betrag schon ab einem Euro auf sein Bankkonto überweisen lassen kann. Ihren Bonus können sich die Verbraucher auch als Gutschein auszahlen lassen. Bei andasa.de ist dagegen eine Auszahlung erst ab 30 Euro möglich.

Die Seiten werben mit großen und beliebten Anbietern wie Zalando, Amazon, Apple, Asos und Douglas. Abhängig vom Onlineshop gibt es dann zum Beispiel fünf, acht oder zehn Prozent des Einkaufswertes zurück. Bei 10 Prozent bekommt der Kunde auf einen Einkaufswert von 50 Euro insgesamt fünf Euro zurück, allerdings können sich die Cashback-Prozentsätze ändern.

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Bedingungen genau lesen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sieht in solchen Cashback-Seiten durchaus eine Möglichkeit, von der Verbraucher profitieren können, doch sollten sie sich auch immer das Kleingedruckte durchlesen. „Die Kunden werden damit gelockt, dass es zum Beispiel zehn Prozent auf einen Einkauf bei einem bestimmten Onlineshop gibt. Doch gilt das Angebot oft nicht auf das gesamte Sortiment, sondern nur auf bestimmte Produktlinien“, sagt Georg Tryba von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

So bezieht sich beispielsweise der Cashback-Prozentsatz bei qipu.de, den es für einen Einkauf bei Ebay gibt, nicht auf den Warenwert des ersteigerten Artikels, sondern auf die Ebay-Gebühren. Das sollte der Kunde bei seiner Registrierung beachten.

Nach Bedarf einkaufen

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen macht deutlich, dass es bis zur Auszahlung des Cashback-Betrages lange dauern kann und der Verbraucher nicht sofort mit einem Geldbetrag rechnen sollte. Schließlich können die Beträge nur dann ausgezahlt werden, wenn die Rückgabefristen für das Produkt abgelaufen sind und das kann mehrere Wochen dauern. Außerdem würden Bindungssysteme wie Cashback-Seiten die Kunden dazu verleiten, die Preise nicht mehr zu vergleichen.

„Oft findet man mithilfe von Preissuchmaschinen günstigere Angebote ohne, dass der Kunde dafür Punkte oder Cashback sammeln muss“, sagt Tryba. Vergleichen lohnt sich also trotzdem. Außerdem rät die Verbraucherzentrale dazu, nach Bedarf einzukaufen und nicht danach zu gehen, ob es für einen bestimmten Einkauf Punkte oder Geld zurückgibt. Der Kunde sollte sich fragen: Ist das Produkt wirklich gut? Schließlich können die Bonusprogramme dazu verleiten, mehr Geld auszugeben, als eigentlich gewollt.

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