Die Heiligen Drei Könige Sternsinger 2015: Wer sind sie und was machen sie?

Von Hermann Schnitzler | 06.11.2014, 11:38 Uhr

Rund um den 6. Januar klingelt es wieder an den Haustüren: Etwa 500.000 verkleidete Kinder singen Lieder, sammeln Spenden und schreiben etwas an die Hauswand. Die Sternsinger sind wieder unterwegs. Doch wer ist das überhaupt und wofür sammeln sie das Geld?

Nach einer Spende schreiben die Sternsinger einen Segen an die Hauswand: „20*C+M+B+15“. Dieser setzt sich zusammen aus dem jeweiligen Jahr und den Buchstaben C, M und B. Dabei stehen die Buchstaben für „Christus mansionem benedicat“ („Christus, segne dieses Haus“). Im Volksmund heißt es häufig auch einfach „Caspar, Melchior und Balthasar“.

Sammeln für den guten Zweck

Im letzten Jahr beteiligten sich alleine im Bistum Osnabrück 211 Gemeinden und Gruppen. Dort wurden fast 1,1 Millionen Euro durch die Sternsinger gesammelt. Das gesammelte Geld geht an rund 2000 verschiedene Projekte in der ganzen Welt. In welche Länder das Geld genau fließt, lässt sich im jeweiligen Jahresbericht nachlesen.

Auch wenn die Aktion von katholischen Organisationen veranstaltet wird, beteiligen sich auch immer mehr evangelische Kinder am Sternsingen. Da das Geld unabhängig vom Glauben eingesetzt wird, kann selbstverständlich jeder spenden. Gerne nehmen die Kinder auch Süßigkeiten an - die dürfen sie, im Gegensatz zu dem Geld, nämlich behalten.

Die Heiligen Drei Könige

Aufzeichnungen über die heute üblichen Namen „Caspar“, „Melchior“ und „Balthasar“ gibt es erst seit dem 9. Jahrhundert. In der Bibel wurde schlicht nur von den „drei Weisen aus dem Morgenland“ gesprochen. „Caspar“ ist persisch und bedeutet „Schatzmeister“, „Melchior“ kommt aus dem hebräischen und meint „König des Lichtes“, „Balthasar“ heißt im aramäischen „Gott schütze das Leben des Königs“.

Ursprünge in der katholischen Kirche

Angelehnt an die Heiligen Drei Könige, die dem christlichen Glauben nach Jesus an Weihnachten mit Gold, Weihrauch und Myrrhe beschenkten, ziehen die Sternsinger von Tür zu Tür und bitten um Spenden. Dokumentiert wurden die ersten Sternsinger, wie wir sie heute kennen, im 16. Jahrhundert. Nach den beiden Weltkriegen erfreute sich das Sternsingen immer größerer Beliebtheit. Seit 1958 organisiert das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ das Dreikönigssingen in Deutschland. 1961 hat sich der „Bund der katholischen Jugend“ (BDKJ) angeschlossen. Da es auch in anderen Ländern stattfindet, ist es zur weltweit größten Aktion von Kindern für Kinder gewachsen. Die Eröffnung findet seit 1987 bundesweit statt. Jedes Jahr werden die Sternsinger symbolisch von einem anderen Ort aus entsendet, für das nächste Jahr findet die Eröffnung am 30. Dezember 2014 auf dem Rathausplatz in Paderborn statt.