Auch Cola Life getestet Softdrinks mit Stevia enthalten immer noch viel Zucker

Von Waltraud Messmann | 12.05.2015, 18:01 Uhr

Getränke mit Stevia sind nicht gesünder oder deutlich zuckerärmer als andere Softdrinks. Das meint die Verbraucherzentrale Niedersachsen. Eine einzige 0,5 Liter-Flasche Cola mit dem pflanzlichen Süßstoff Stevia enthalte immer noch 11 Würfel Zucker (34 Gramm), kritisieren die Verbraucherschützer. Damit werde die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Zuckermenge pro Tag bereits überschritten.

Trotzdem würden diese Art Getränke oft mit grünen Etiketten vermarktet und suggerierten dadurch ein gesundes Image, warnen die Verbraucherschützer. Die Verbraucherzentrale hat acht Getränke auf ihren Zucker- und Kaloriengehalt geprüft. Drei Produkte waren mit dem Zusatz von Stevia gekennzeichnet. Eins davon wurde mit „ein Drittel weniger Zucker – weniger Kalorien“ beworben. Ein weiteres Getränk ohne Stevia-Zusatz wies nach Angaben der Tester die Angabe „weniger süß“ auf der Verpackung auf.

Die Bewertung der Verbraucherzentrale erfolgte nun mit Hilfe des Ampelchecks. Dabei signalisieren die Ampelfarben, was die Nährwerte bezogen auf 100 Gramm bedeuten. Eine rote Ampel entlarvt beispielsweise Zuckerbomben und Fettfallen.

Nach Angaben der Verbraucherschützer haben alle acht getesteten Getränke, ob mit oder ohne Stevia, nur eine gelbe oder rote Nährwert-Ampel erreicht. Ein grüne Ampelfarbe habe man nicht vergeben können.

Von den vier vermeintlich kalorien- und zuckerärmeren Getränken hätten drei kaum weniger Zucker und Kalorien aufgewiesen, als das Standard-Produkt, kritisierten die Tester. So habe beispielsweise die Coca-Cola Life noch elf Würfel Zucker (34 Gramm) pro 0,5 Liter-Flasche enthalten. Die von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Zuckerhöchstmenge am Tag liege aber für Frauen bei 25 Gramm und für Männer bei 30 Gramm. „Wer nur eine Flasche Coca-Cola-Life genießt, überschreitet diese Menge bereits. Diese Zuckerbombe ist alles andere als gesund“, sagte Anneke von Reeken, Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Niedersachsen.