Alaska-Seelachs von Feinkost Popp Kann ein Fisch-Brotaufstrich ADHS auslösen?

Von Sven Kienscherf | 01.09.2015, 11:45 Uhr

Ein Aufstrich, der Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen kann? Der Alaska-Seelachs-Brotaufstrich von Feinkost Popp ist in den vergangen Tagen bei Facebook in die Kritik geraten.

 Das Unternehmen hat inzwischen reagiert. Nicht zum ersten Mal hatte ein Facebook-User über das Netzwerk gefragt, warum sich die Azofarbstoffe E124 und E110 in der Liste der Zusatzstoffliste finden, obwohl sie zumindest nicht unumstritten sind. Der Beitrag des Users wurde über 10.000 Mal geteilt.

Feinkost Popp weist auf der Liste der Zutaten – wie gesetzlich vorgeschrieben – darauf hin, dass die Azofarbstoffe Cochenillerot A und Gelborange S die Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen können. Das hatte nach Angaben des Unternehmens das EU-Parlament 2010 angeordnet.

Vorsorgenden Verbraucherschutz

Der Grund hierfür sei eine Studie der britischen Universität Southampton gewesen, erklärt Feinkost Popp in einer Stellungnahme . Die Studie aus dem Jahr 2007 hatte zum Ergebnis, dass es möglicherweise einen Zusammenhang zwischen der Aufnahme bestimmter Farb- und Konservierungsstoffe und dem Auftreten des Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivität-Syndroms (ADHS) bei Kindern geben könnte.

Handfeste wissenschaftliche Beweise für die These haben laut Feinkost Popp aber weder die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) noch das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) finden können. Der vorgeschriebene Warmhinweis sei lediglich aus Gründen des vorsorgenden Verbraucherschutzes vorgeschrieben worden.

Auf umstrittene Farbstoffe verzichten

Der Grund für die Firma, die umstrittenen Farbstoffe überhaupt einzusetzen sei, dass das fertige Produkt ohne Färbung grau-braun und damit nicht besonders ansehnlich aussehe. Viele Facebook-User wollten sich damit aber nicht zufriedengeben.Das Unternehmen lenkte schließlich ein und kündigte an, den Brotaufstrich kurzfristig ohne die umstrittenen Azofarbstoffe zu präsentieren. Übrigens: Lachs wird in dem Aufstrich nicht verarbeitet, stattdessen wird eine Fischart aus der Familie der Dorsche verwendet.

Doch schon droht dem Unternehmen neues Ungemach. Die Fangstelle für den Fisch, der in dem Aufstrich verwendet wird, liegt im Nordostpazifik, in der Östlichen Beringsee. Das mit der Kennnummer ausgewiesene Fanggebiet FAO 67 stand nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Verdacht möglicherweise an einigen Stellen kontaminiert zu sein. Darauf weisen einige Facebook-User hin. Von der Verbraucherzentrale Hamburg heißt es allerdings, dass die Werte in dem Teil des Ozeans sehr gering seien, gleichwohl aber weiter überwacht werden müssten.