18. August ist Tag der Antibabypille Neun Fakten über die Antibabypille

18.08.2016, 07:30 Uhr

Am 18. August ist der offizielle Tag der Antibabypille. Neun Fakten geben einen Überblick über die kleine Tablette, die in den 60er Jahren für Aufsehen gesorgt hat und heute aus dem Sortiment der Verhütungsmittel nicht mehr wegzudenken ist.

1. Die Pille gab es zunächst nur für verheiratete Frauen

Am 18. August 1960 kam die Antibabypille in den USA auf den Markt. Seit über 55 Jahren ist sie auch in Deutschland erhältlich. Zunächst war das Mittel nur für verheiratete Frauen mit Kindern vorgesehen und sollte Menstruationsbeschwerden lindern. Später wurde die empfängnisverhütende Wirkung der Pille bekannt, die anfangs nur als Nebenwirkung in der Packungsbeilage vermerkt war. Schnell begann ihr Siegeszug. Gegenwind gab es von der Kirche. Papst Paul VI. verurteilte 1968 die künstliche Verhütung und damit die Geburtenkontrolle. Für viele Paare erfüllte sich mit der Pille der Wunsch nach einer Familienplanung.

2. Sie ist dreifach wirksam

Auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) heißt es: „Die Hormone in der Pille haben eine dreifache Wirkung. Zum einen hemmen sie die Eizellenreifung und damit den Eisprung. Der gesamte Zyklus der Frau besteht infolgedessen aus unfruchtbaren Tagen. Dadurch kann es nicht zu einer Befruchtung kommen. Außerdem verändern die Hormone den Schleim im Gebärmutterhalskanal, sodass die Samen nicht in die Gebärmutter eindringen können. Auch wird die Gebärmutterschleimhaut nur ungenügend aufgebaut, sodass sich ein befruchtetes Ei nicht einnisten kann. Die Pillenpräparate unterscheiden sich nach der Menge der Hormone und der Art des Einnahmeschemas.“

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3. Verschiedene Sorten – Verschiedene Zusammensetzungen

Diese unterscheiden sich in zwei Arten. Die Mikropille und die Minipille. Die Mikropille hat einen besonders geringen Östrogenanteil und soll somit weniger Nebenwirkungen haben. Sie unterscheidet sich noch einmal in zwei Sorten. Es gibt die Einphasenpillen, die jeden Tag die gleiche Menge an Hormonen enthalten und die Zwei- und Dreiphasenpillen, die während des Zyklus eine unterschiedliche Zusammensetzung haben. Die Minipille hingegen enthält ausschließlich das Hormon Gestagen.

4. Täglich zur selben Uhrzeit einnehmen

Es gibt Präparate, die man mit einer sechs beziehungsweise sieben tägigen Pause einnimmt. Einige Packungen hingegen beinhalten 28 Pillen, wobei die letzten keine Wirkstoffe enthalten. Somit können Einnahmefehler reduziert werden. Die Pille sollte täglich zur selben Uhrzeit eingenommen werden.

5. Die Pille gilt als eine der sichersten Verhütungsmethoden

Für gewöhnlich beginnt die Frau die Einnahme mit dem ersten Tag der Blutung. Ab diesem Zeitpunkt schützt die Pille. Sollte die Einnahme mal vergessen worden sein, ist es bei den meisten Präparaten möglich, sie innerhalb von 12 Stunden nachzuholen. Allerdings ist das nur einmal pro Zyklus möglich. Die weitere Einnahme sollte dann aber wieder zur gewohnten Zeit fortgesetzt werden. Die Wirkung der Pille kann durch Einnahme von anderen Medikamenten und Magen- und Darmproblemen beeinträchtigt werden.

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6. Nur mit Rezept

Die Pille ist rezeptpflichtig. Ab dem 20. Geburtstag müssen Frauen rezeptpflichtige Verhütungsmittel selbst zahlen. Je nach Präparat belaufen sich die Kosten auf sieben bis zehn Euro pro Monat. Ärzte dürfen jungen Frauen unter 14 Jahren die Pille nur mit Einverständniserklärung der Eltern verschreiben.

7. Schwächere und kürzere Periode

Die Pille ist weitegehend sicher. Außerdem ist die monatliche Blutung durch ihre Einnahme oft schwächer und kürzer und lindert die Menstruationsbeschwerden. In vielen Fällen verbessert sie unreine Haut.

8. Die Pille hat viele Nebenwirkungen

Trotz der vielen Vorteile hat die Pille auch einige Nachteile, die sich besonders in ihren Nebenwirkungen bemerkbar machen können. Zu ihnen gehören beispielsweise Gewichtszunahme, Übelkeit, sexuelle Lustlosigkeit, Zwischenblutungen und Stimmungsschwankungen.

Außerdem muss die Frau täglich an das Einnehmen des Präparats denken.

9. Regelmäßige Untersuchungen sind wichtig

Wichtig ist in jedem Fall, dass man regelmäßig zum Frauenarzt geht und sich untersuchen lässt. Außerdem hilft er auch dabei das passende Präparat zu finden. Bei Beschwerden sollte man sofort den Arzt aufsuchen.

Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Bundeszentrale für politische Bildung