Merzen enttäuschte beim 0:0 gegen Lüstringen – Spiel hatte keinen Sieger verdient „Löwen“ zeigten zu wenig

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Am Einsatzwillen fehlt es Merzens „Löwen“ (in Blau) nicht – wohl aber an durchdachten Aktionen. Foto: Rolf KamperAm Einsatzwillen fehlt es Merzens „Löwen“ (in Blau) nicht – wohl aber an durchdachten Aktionen. Foto: Rolf Kamper

Es sollten Wiedergutmachung und passende Antwort auf die Niederlage in Schledehausen werden. Was die Zuschauer jedoch in der Löwenkampfbahn zu Gesicht bekamen, konnte bei eisigen Temperaturen in keiner Weise wärmen. Am Ende trennten sich BW Merzen und SC Lüstringen schiedlich-friedlich 0:0. Das Feuer an diesem ersten Advent flackerte auf beiden Seiten nur sehr spärlich.

Nach dem Abpfiff ließ Merzens Trainer Al Anozie seinen Gefühlen freien Lauf, zeigte mit einem beherzten Tritt gegen die Werbebande seinen Unmut über die Leistung seiner Elf und konnte schon zuvor kaum noch hinsehen. „Das war wieder Chaos pur. Wir konnten nicht das umsetzen, was wir uns vorgenommen habe“, war Anozie sichtlich enttäuscht. Die Personalprobleme will der 43-Jährige dabei nicht als Ausrede gelten lassen. „Die Spieler, die wir zur Verfügung haben, müssen dann auch mehr zeigen. Das war heute nicht der Fall“, ärgerte sich Merzens Trainer.

In der Tat hatten die Gastgeber große Probleme, ins Spiel zu finden. Die Gäste aus Osnabrück spielten sich den Ball häufig in den eigenen Reihen zu. Dabei war Blau-Weiß meist nur Beobachter, ohne zwingend einzugreifen. Es war bezeichnend, dass es die erste Chance für die Heimelf erst nach 35 Minuten gab. Goalgetter Burhan Akbulut wurde von Michael Rechtien perfekt in Szene gesetzt und brauchte den Ball nur noch über die Linie drücken, doch sein Versuch flog im hohen Bogen über das Tor. „Die Möglichkeiten waren da – auch 120-prozentige Chancen, die wir nutzen müssen“, sagte Anozie. Merzen habe schon zu oft in dieser Saison Punkte verschenkt.

Die Zuschauer, die im zweiten Durchgang auf Brisanz und Spielwitz hofften, wurden enttäuscht. Zwar zogen beide Mannschaften das Tempo an, doch inspirierend war der Auftritt nicht. Lüstringen spielte dabei ein leichtes Chancenplus heraus. Jeffrey Weber, Lennard Meyer und Frieder Schröder waren nah dran an der Gäste-Führung.

Als die Zuschauer glaubten, das Spiel habe keinen Sieger mehr verdient, war es erneut Stürmer Akbulut, der drei Minuten vor Schluss freistehend das Siegtor auf dem Fuß hatte und doch am Gäste-Schlussmann scheiterte. „So einen Gegner müssen wir schlagen. Wir haben viel zu hektisch reagiert und waren häufig unsicher in der Ballführung“, analysierte der enttäuschte Anozie.

Aufstellungen, BW Merzen: Grüter – Prätorius (54. Diekmann), Baumann, D. Holstein, M. Holstein – Keskin (64. von der Haar, 84. Feldmann), Wessling, Strunk, Reinik – Akbulut, Rechtien. SC Lüstringen: Struhkamp – Nolte, Seker, Savic, Wiesch – Schröder (90. Spindler), Rodrigues, J. Meyer, L. Meyer – Weber (75. Zubidat), Villar.


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