Kriminalität Verdächtiger im Fall Maddie im Landgericht Braunschweig

Von dpa

Die Fassade des Landgerichts in Braunschweig.Die Fassade des Landgerichts in Braunschweig.
Julian Stratenschulte/dpa

Braunschweig. Das mysteriöse Verschwinden der kleinen Maddie schlägt seit dem Sommer hohe Wellen. Neue Aspekte drehen sich seitdem aber häufig nicht um den 13 Jahre alten Fall selbst, sondern eher um das Leben und die Straftaten des Verdächtigen. Wie am Montag in Braunschweig.

Der im Fall Maddie Verdächtige ist am Montag aus dem Kieler Gefängnis ins Landgericht Braunschweig gebracht worden. Es gehe um eine Anhörung bei der Strafvollstreckungskammer, sagte eine Gerichtssprecherin. Bei dem Termin handelt es sich ihr zufolge um eine nicht-öffentliche Sitzung und es sei noch unklar, wann es ein Ergebnis gebe. Über den Gefangenentransport hatte zunächst die „Bild“ berichtet.

Nach Angaben des Gerichts geht es bei der Anhörung um eine mögliche Aussetzung einer Reststrafe auf Bewährung. Die aktuelle Gefängnisstrafe in Kiel wegen Drogenhandels endet am 7. Januar. Sollte es eine positive Entscheidung für den 43-Jährigen geben, wird nicht mit einer Freilassung gerechnet. In diesem Fall dürfte nach Einschätzung der Gerichtssprecherin eine Untersuchungshaft in einem Vergewaltigungsfall greifen.

Der Mann soll im Jahr 2005 - rund anderthalb Jahre vor dem Verschwinden der Britin Madeleine McCann - im portugiesischen Praia da Luz eine 72-Jährige vergewaltigt haben. Gegen das Braunschweiger Urteil vom Dezember 2019 zu sieben Jahren Haft hat der 43-Jährige Revision eingelegt, eine Entscheidung der BGH-Richter dazu ist noch nicht bekannt.

Anfang Juni hatten das Bundeskriminalamt (BKA) und die Staatsanwaltschaft Braunschweig gemeinsam mitgeteilt, dass sie im Fall der vermissten Britin Madeleine McCann gegen einen mehrfach vorbestraften Sexualstraftäter wegen Mordverdachts ermitteln. Das Mädchen war vor mehr als 13 Jahren kurz vor ihrem vierten Geburtstag in einer Ferienanlage im portugiesischen Praia da Luz verschwunden - der Fall sorgt bis heute weltweit für Aufsehen.

Bei dem Anhörungstermin in Braunschweig kam es nach dpa-Informationen zu einem Zwischenfall, nach dem der 43-Jährige in einer Klinik behandelt wurde. Die Polizei bestätigte auf Nachfrage einen Einsatz im Landgericht, ohne aber weitere Details zu nennen.


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