Prozesse Höhlen in Osnabrück: Stadt und Bund wollen nochmals reden

Von dpa

Ulrich Rahe vom Gertrudenberger Höhlen Osnabrück e. V. steht in einem Höhlenabschnitt.Ulrich Rahe vom Gertrudenberger Höhlen Osnabrück e. V. steht in einem Höhlenabschnitt.
dpa/Friso Gentsch

Osnabrück. In einem Gerichtsstreit um die Sicherung eines mittelalterlichen Höhlensystems zwischen der Stadt Osnabrück und dem Bund ist am Montag noch keine Entscheidung ergangen.

Die Parteien kündigten an, noch einmal außergerichtlich miteinander zu sprechen, sagte ein Sprecher des Landgerichts.

Das Höhlensystem am Rand der Osnabrücker Innenstadt liegt im Bereich eines Hügels, des Gertrudenberges. Im Mittelalter waren die Höhlen durch Kalksteinabbau entstanden, später lagerte eine Brauerei dort Bier. Im Zweiten Weltkrieg diente es als Luftschutzbunker. Nach dem Krieg wurden die Höhlen zunächst verschlossen. Einige Jahre später öffnete der Bund die Höhlen wieder, um die Anlage zu sichern, auch um sie möglicherweise wieder als Schutzraum zu nutzen.

Die Stadt Osnabrück verlangt, alle Gefahren zu beseitigen, die von dem Höhlensystem für ihr Grundstück ausgehen, etwa durch Steinschlag oder durch Deckeneinbrüche. Außerdem sei durch Einbauten von Sicherungsmaßnahmen giftige Asche in das Höhlensystem gekommen. Der Bund hat die Forderungen der Stadt bislang zurückgewiesen, auch, weil sie verjährt seien.

Das Landgericht habe am Montag zu verstehen gegeben, dass die Ansprüche möglicherweise tatsächlich verjährt sein könnten, sagte der Gerichtssprecher. Die Parteien haben nun Zeit bis zum 3. Dezember, sich außergerichtlich zu einigen, dann will das Gericht eine Entscheidung verkünden.

Bereits im Sommer hatte das Landgericht eine ähnliche Klage eines privaten Grundstücksbesitzers abgelehnt. Beide Fälle seien aber in vielen Details unterschiedlich, daher lasse sich aus der früheren Entscheidung keine Tendenz für diesen Fall ableiten, sagte der Sprecher.


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