Brände Nach Großbrand: Immer noch tote Fische in Hase

Von dpa

Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt mit Blaulicht über eine Straße.Ein Fahrzeug der Feuerwehr fährt mit Blaulicht über eine Straße.
Daniel Bockwoldt/dpa/Symbolbild

Osnabrück. Ein Großbrand hat dem Flüsschen Hase in Osnabrück ökologisch schlimm zugesetzt. Allmählich bessert sich die Situation. Die Anrainer des Flusses beobachten aber dennoch den Zustand.

Eine Woche nach der Verschmutzung des Flusses Hase in Osnabrück durch Löschwasser werden immer noch tote Fische geborgen. Mitarbeiter des für die Flussunterhaltung zuständigen Verbandes fahren einer Mitteilung der Stadt vom Montag zufolge den Fluss regelmäßig ab und sammeln die toten Fische ein. Diese Arbeit werde noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Bislang seien um die zwei Tonnen toter Fische aus dem Fluss geborgen worden, sagte ein Stadtsprecher.

Am vergangenen Montag hatte ein Großbrand in einem Industriegebiet die Gebäude zweier Firmen zerstört. Das mit Schadstoffen versetzte Löschwasser war in einem Regenklärbecken gesammelt worden. Dort war ein Teil dieses giftigen Wassers in den Fluss gelangt, was zu Schäden an dem Fluss-Ökosystem geführt hat.

Die Stadt habe die abgebrannten Gebäude mit Barrieren so gesichert, dass keine Löschwasserreste etwa durch Regen in die Hase gespült werden können. Auch die Keller der beiden Gebäude seien leergepumpt worden, hieß es. Nun müssen der Brandschutt entsorgt und die Grundstücksoberflächen gereinigt werden. Auch müsse kontrolliert werden, inwieweit der Untergrund durch das Löschwasser verschmutzt wurde.

Auch der Landkreis Osnabrück überprüft den Fluss. Die Kontrollen am Wochenende seien unauffällig gewesen. Am Montagvormittag habe es jedoch eine leichte Schaumbildung auf der Hase bei Bramsche gegeben, aber nur in Bereichen mit Abstürzen oder höheren Fließgeschwindigkeiten. „Die Sauerstoffwerte der Hase im Gebiet des Landkreises waren dabei alle in einem akzeptablen Bereich“, sagte ein Landkreissprecher. Weiterhin bleibe die Zuleitung in den Alfsee geschlossen und es werde weiterhin Wasser aus dem Mittellandkanal in den Fluss gespeist. An geeigneten Stellen sollen die Fischkadaver mit Fangnetzen gesammelt und aus dem Fluss geholt werden.

Die Hase mündet in Meppen in die Ems - betroffen könnte also auch der Landkreis Emsland sein. Bisher sei das Fischsterben auf den Haseverlauf in der Stadt Osnabrück beschränkt, sagte eine Kreissprecherin. Der Landkreis habe bei der Stadt Osnabrück eine Einschätzung zur Menge des Löschwassers und zur Art der in die Hase gelangten chemischen Stoffe erfragt.

„Darüber hinaus erbitten wir Informationen, in welcher Form ein Monitoring zur Ermittlung und Bewertung der Auswirkungen der Löscharbeiten auf Tierbestand und Pflanzen in der Hase stattfinden wird“, sagte sie. Auch die Frage nach der Verzehrbarkeit von Fischen aus der Hase sei gestellt worden. Die Stadt Osnabrück hatte empfohlen, zunächst für zwei Wochen keine Fische aus der Hase zu angeln und zu essen.


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