Öffentliche Fördergelder kassiert SPD beklagt: Enercon handelt verantwortungslos

Von Hermann-Josef Mammes

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Angestellte halten Transparente mit der Aufschrift „Wir sind Enercon“ während einer Demonstration zu Beginn von Gesprächen am Runden Tisch vor dem Wirtschaftsministerium in Hannover. Foto: Holger Hollemann/dpaAngestellte halten Transparente mit der Aufschrift „Wir sind Enercon“ während einer Demonstration zu Beginn von Gesprächen am Runden Tisch vor dem Wirtschaftsministerium in Hannover. Foto: Holger Hollemann/dpa

pm/ma Haren. „Arbeitnehmer sollen die Suppe für verantwortungslose Unternehmensführer auslöffeln.“ Mit diesen Worten reagiert die emsländische SPD auf die angedrohte Entlassung von 225 Mitarbeitern bei AERO Ems in Haren. “

„Was bei dem Firmengeflecht ENERCON und AERO Ems abgeht, ist keine Frage der geänderten Rahmenbedingungen seitens der Politik, sondern eine Folge abgehobenen Verhaltens dieses Unternehmens“, sagt Kreisvorsitzende Andrea Kötter. Nach Ansicht des SPD-Kreisverbandes sei „ENERCON von der öffentlichen Hand massiv gefördert worden. „Jetzt in einer rezessiven Phase so zu tun, als hätte ENERCON mit AERO Ems nichts zu tun und die Arbeitnehmer im Regen stehen zu lassen, ist deshalb eine Verhöhnung der Politik des Emslandes“, empört sich die Kreisvorsitzende und Kreistagstagsfraktionsvorsitzende der SPD, Kötter.

Härte für Betroffene

Selbst bei der positiven Arbeitsmarktsituation im Emsland sei die Entlassung eine Härte für die Betroffenen und eine Zumutung für die Region. Kötter stellte fest, „dass wir die Ansiedlung in Haren gefördert haben, Straßen und Hafen wurden mit öffentlichen Mitteln gebaut oder ausgebaut“. Zu Recht könnten Beschäftigte erwarten, dass das Unternehmen innovative und kreative Lösungen entwickelt, um eine Weiterbeschäftigung möglich zu machen.

Strikte Verbote

Nicht hinnehmbar sei das Verhalten von ENERCON und AERO Ems gegenüber Betriebsräten und Gewerkschaftsvertretern. Gesprächsverbote mit Landespolitikern und Zugangsverbote für Gewerkschaftsvertreter seien ein „eindeutiges Zeugnis für eine unterentwickelte Sozialkompetenz der Manager“. Der SPD-Kreisverband fordert weitere Gespräche auf regionaler und Landesebene zum Erhalt der Arbeitsplätze. Wenn ENERCON und AERO dazu nicht bereit seien, müsse intensiv geprüft werden, ob die Unternehmen nicht zur Rückzahlung öffentlicher Fördermittel herangezogen werden können. Kötter: „Wer so verantwortungslos mit den Arbeitnehmern und der Öffentlichkeit umgeht, stellt sich selbst ins gesellschaftliche Abseits.“

Neue Chance

Unterdessen bestätigte AERO-Betriebsrat Rainer Hüring auf Anfrage der Redaktion, dass ein auswärtiges Unternehmen angefragt habe, ob Haren für sie etwas produzieren könnte. Hüring, der den Firmennamen nicht nennen wollte, fügte hinzu: „Der Auftrag würde unserem Tätigkeitsfeld entsprechen.“


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