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Neue Daten Ostbeauftragter zu Gehaltsschere: Ost-Wirtschaft stärken

Von dpa

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Die Gehälter in Deutschland sind nicht überall gleich hoch. Foto: Jens BüttnerDie Gehälter in Deutschland sind nicht überall gleich hoch. Foto: Jens Büttner

Berlin. Noch immer wird im Osten zumeist wesentlich schlechter verdient als im Westen. Das ruft den Ostbeauftragten der Bundesregierung auf den Plan. Die Linke sieht aber nicht nur bei den Einkommen einen Riss durch Deutschland gehen.

Angesichts der stark auseinander gehenden Arbeitnehmer-Verdienste muss aus Sicht des Ostbeauftragten der Bundesregierung die Wirtschaft im Osten gestärkt werden.

„Der Osten muss weiter aufholen“, sagte Wirtschaft-Staatssekretär Christian Hirte der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist nach wie vor so, dass die Wirtschaft dort kleinteiliger ist als im Westen und die Großkonzerne mit ihren überdurchschnittlich hohen Gehältern fehlen.“

Hirte betonte: „Mir ist es ein Anliegen, die kleinen und mittleren Unternehmen im Osten weiter zu unterstützen und zu stärken. Hier haben wir in den letzten Jahren bereits deutliche positive Entwicklungen gesehen.“

Die Verdienste der Arbeitnehmer in Deutschland gehen regional weiter stark auseinander und bleiben im Osten klar unter dem Niveau im Westen. Am wenigsten bekamen Vollzeitbeschäftigte Ende vergangenen Jahres im Mittel mit 2183 Euro brutto im Monat im Landkreis Görlitz in Sachsen. Das geht aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Linksfraktion im Bundestag hervor, die der dpa vorliegt. Bundesweit am besten verdient wurde demnach in Ingolstadt in Bayern mit 4635 Euro. Im Ländervergleich Spitze sind die mittleren Verdienste in Hamburg mit 3619 Euro.

Hirte sagte, entscheidend sei, was man sich von dem Gehalt tatsächlich leisten könne. „50 Prozent mehr Gehalt in Hamburg relativieren sich sehr schnell, wenn man für die eigenen vier Wände das Dreifache bezahlen muss.“

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff warnte in der Debatte vor einem Schlechtreden der Ost-Bundesländer. „Im Rahmen des Möglichen ist seit der Wiedervereinigung viel erreicht worden“, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Samstag). Sachsen-Anhalt stehe zum Beispiel kurz vor der Vollbeschäftigung. „Deswegen ist es falsch, Ostdeutschland pauschal als Niedriglohnland zu bezeichnen.“ Die Gesamtsituation in Deutschland sei heute eine andere. „Die großen Unterschiede bestehen nicht nur zwischen Ost und West, sondern auch zwischen Ballungszentren und ländlichen Räumen, zwischen Boomregionen und strukturschwachen Gegenden in Ost und West“, sagte Haseloff.

Die Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, Sahra Wagenknecht, kritisierte auch die unterschiedliche Vermögensverteilung. Sie bezog sich auf eine Studie, nach der vor allem in manchen ostdeutschen Ländern, aber auch in westdeutschen kriselnden Regionen viel weniger Menschen Aktien besitzen als in wohlhabenden Ländern wie Bayern oder Hamburg. „Die regionale und tiefe Spaltung beim Wertpapiervermögen zeigt das eklatante Versagen der letzten Bundesregierungen bei der Schaffung gleicher Lebensverhältnisse und einer gerechten Verteilung des Reichtums“, sagte Wagenknecht der „Berliner Zeitung“ (Samstag).


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