Die neuen SPD-Minister Heiko Maas im Porträt: Der Smarte von der Saar

Von Jörg Gierse

Justizminister Heiko Maas (SPD) soll Nachfolger von Sigmar Gabriel als Außenminister werden. Foto: dpaJustizminister Heiko Maas (SPD) soll Nachfolger von Sigmar Gabriel als Außenminister werden. Foto: dpa

Berlin. Wer sind die sechs Minister, die die SPD ins neue schwarz-rote Kabinett entsendet? Wir stellen jeden von ihnen mit einem kurzen Porträt vor – zum Beispiel den voraussichtlichen neuen Außenminister Heiko Maas.

Über den politischen Stil von Heiko Maas kann man streiten. Manch einem geht sein Hang zur persönlichen Profilierung zu weit –etwa, wenn sich der begeisterte Twitterer öffentlichkeitswirksam zu politischen Themen äußerte, für die er als Justizminister gar nicht zuständig war. Andere mokieren sich darüber, dass Maas allzu oft auf roten Teppichen zu sehen ist, seitdem er und die Schauspielerin Natalia Wörner ein Paar sind. Eins gestehen aber auch Gegner dem 51-jährigen Saarländer zu: Er ist verdammt fleißig.

Mietpreisbremse, Sexualstrafrecht, Frauenquote, Anti-Doping- und Anti-Terror-Gesetze: Die Liste von Vorhaben, die Maas binnen vier Jahren anstieß und umsetzte, ist beeindruckend. Nicht alles war ein Volltreffer: Sein Gesetz gegen Hetze im Internet ist immer noch hoch umstritten. Und seinen Sinneswandel bei der Vorratsdatenspeicherung, die er erst ablehnte und dann auf Druck von SPD-Chef Sigmar Gabriel doch umsetzte, tragen ihm manche in der Partei bis heute nach.

Für Gabriels Nachfolge im Auswärtigen Amt qualifiziert Maas formal erst einmal wenig. Doch das war auch so, als der bundespolitische Neuling 2013 Justizminister wurde. In Saarbrücken war er zuvor erst Umwelt- und dann Wirtschaftsminister gewesen, hatte aber drei Mal als SPD-Spitzenkandidat die Landtagswahlen verloren. Respekt bei vielen ausländischen Partnern könnte Maas seine klare Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit verschaffen, die ihn zu einem Feindbild der rechten Szene gemacht hat.


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