20.12.2013, 15:09 Uhr

Bilderfund wirft Frage nach Raubkunst auf Fall Gurlitt sorgt 2013 für heftige Debatte

Unglaublicher Fund: Kombo mit vier Werken aus dem spektakulären Münchner Kunstfund, die online einsehbar in der Lostart-Datenbank aufgelistet sind und bei denen laut Behördenangaben „der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug“ besteht. Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Christoph: „Paar“, Aquarell, 1924, Max Liebermann: “Reiter am Strand“, Gemälde, 1901, Wilhelm Lachnit: “Mann und Frau am Fenster“, Aquarell, 1923, Antonio Canaletto: “Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. Fotos: Staatsanwaltschaft Augsburg/dpaUnglaublicher Fund: Kombo mit vier Werken aus dem spektakulären Münchner Kunstfund, die online einsehbar in der Lostart-Datenbank aufgelistet sind und bei denen laut Behördenangaben „der begründete Verdacht auf NS-verfolgungsbedingten Entzug“ besteht. Im Uhrzeigersinn von links oben: Hans Christoph: „Paar“, Aquarell, 1924, Max Liebermann: “Reiter am Strand“, Gemälde, 1901, Wilhelm Lachnit: “Mann und Frau am Fenster“, Aquarell, 1923, Antonio Canaletto: “Sa. Giustina in Prà della Vale“ in Padua, Druckgrafik, 1751/1800. Fotos: Staatsanwaltschaft Augsburg/dpa

Osnabrück. Das ist der Kunstskandal des Jahres 2013: In München werden verschollene Bilder gefunden - überwiegend wohl NS-Raubkunst.

Sie galten als verschollen – rund 1400 Gemälde und Grafiken, die die Augsburger Staatsanwaltschaft in einer Münchener Wohnung beschlagnahmen lässt. Erst ein Bericht im Magazin „Focus“ macht den unglaublichen Kunstfund am 3. November bekannt. Die Bilder sind bei Cornelius Gurlitt gefunden worden. Sein Vater Hildebrand hatte als Galerist NS-Raubkunst weiter verwertet. Das Bilderkonvolut wirft ein grelles Schlaglicht auf Kunst, die die Nazis einst jüdischen Sammlern abnahmen, aber auch als „entartet“ diffamierten und aus Museumssammlungen entfernten.

In die Kritik gerät sehr schnell die Augsburger Staatsanwaltschaft, die den Fund zunächst für sich behielt und die Aufklärung der Besitzverhältnisse der Bilder nur schleppend betrieben hatte. Erst nach und nach wurden Abbildungen von Bildern des Kunstfundes auf lostart.de eingestellt. Inzwischen sind mehrere Hundert Bilder aus dem Münchener Kunstfund auf dieser Seite zu sehen. Nach massiver Kritik aus dem Ausland drängte die Bundesregierung auf die Einrichtung einer Taskforce, die dafür sorgen soll, dass sehr viel schneller geklärt wird, welchen Vorbesitzern die einzelnen Kunstwerke zugeordnet werden müssen.

Zu dem Konvolut gehören Werke von Max Beckmann, Pablo Picasso und Henri Matisse. Inzwischen geht die Debatte um den Kunstfund weiter. Wem gehören die Bilder? War die Beschlagnahme rechtens? Der Fund sorgt weiter für Aufregung.


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