04.12.2020, 08:07 Uhr

So ist die Arbeit im Zoo Von der Futterküche bis ins Löwengehege

Rund 185 Mitarbeiter beschäftigt der Zoo Osnabrück.Rund 185 Mitarbeiter beschäftigt der Zoo Osnabrück. David Ebener

Osnabrück. „Wenn ich groß bin, will ich mit den wilden Tieren arbeiten!“ – Diesen Satz haben Eltern kleiner Zoobesucher bestimmt schon gehört. Mit der Zeit vergeht dieser Kindheitstraum.Oder er geht in Erfüllung. Wie zum Beispiel für vier Mitarbeiter aus dem Osnabrücker Zoo, die tagtäglich mit Dickhäutern und Raubkatzen auf Tuchfühlung gehen.

Philipp Kallenbach aus der Futterküche

Helfen, wo’s nur geht, das ist das Mantra von Philipp Kallenbach. Er arbeitet in der Futterküche des Zoo Osnabrück. Hier bereitet er zu, was den Tieren später aufgetischt wird. Von fleischhaltiger Kost über Futterholz bis hin zum Obstsalat ist alles dabei. Vor einigen Jahren ist Kallenbach über eine Initiativbewerbung zum Zoo gekommen: „Ich habe mich als Allrounder beworben“, erzählt er. 

Philipp Hülsmann
Philipp Kallenbach arbeitet in der Futterküche.

Jetzt steht er in der Küche und bereitet das Futter für die Zootiere zu. Den größten Posten macht der Fisch aus: 36 Tonnen Frischfisch aus dem Nordatlantik verarbeitet Kallenbach jedes Jahr. Auch Tiere wie Kaninchen, Ratten oder Mäuse muss der Mitarbeiter der Futterküche verarbeiten. „Das gehört nun mal dazu, da wir auch Fleischfresser im Zoo haben“, sagt er. Das Obst und Gemüse bekommt die Futterküche indes von Supermärkten, die die Lebensmittel an den Zoo spenden. Gerade die Elefanten haben Freude am Grünzeug, denn sie sind strikte Veganer.

Kerstin Seifert kümmert sich um die Löwen

Wenn Kerstin Seifert den Arbeitstag beginnt, dann mit Gebrüll. „Es kommt nicht oft vor, aber meine Miezen begrüßen mich auch schon mal mit Brüllen“, sagt die Tierpflegerin im Zoo Osnabrück. „Häufiger kommt es vor, dass sie zur Begrüßung den Kopf am Gitter reiben.“

Seifert ist über den zweiten Bildungsweg Tierpflegerin geworden, mit Tieren arbeiten wollte sie aber schon immer. Nach einem vierwöchigen Praktikum im Zoo hielt sie aber ihren Arbeitsvertrag für eine Umschulung in Händen. Mittlerweile hat sie sich zur Revierleiterin des Kajanalandes hochgearbeitet, wo auch die Löwen ihr Zuhause haben.

Zoo Osnabrück
Kerstin Seifert pflegt innige Beziehungen zu „ihren“ Tieren.

„Die Arbeit ist unglaublich vielseitig“, erzählt sie. „Ich bin auch Assistentin des Tierarztes, Handwerkerin, Gärtnerin und vieles mehr in einem.“ Ein besonderes Highlight ist für sie, wenn eine der Raubkatzen in seltenen Fällen aus medizinischen Gründen unter Narkose gesetzt werden muss und sie den Löwen nahekommen kann. 

Ihre „Miezen“, wie sie die Löwen liebevoll nennt, kennt Seifert wie keine Zweite. Dennoch war sie überrascht, als der alte Kater kürzlich als erstes das neue Löwenhaus betrat. „Ich dachte, er würde den ersten Schritt dem Jungvolk überlassen“, sagt Kerstin Seifert. Das bestätigte sich aber erst, als das von ihr mitgeplante, neue Außengehege fertig wurde und sich die jungen Löwen als erste nach draußen wagten.

Karsten Hagemann ist Maurer im Zoo

Karsten Hagemann arbeitet als gelernter Maurer im Zoo – ist aber mehr als das. Er ist als handwerklicher Allrounder überall dort im Einsatz, wo etwas gepflastert, gebohrt oder gebaut werden muss. 

In den Zoo ist Hagemann über eine Maßnahme gekommen, nachdem er ein halbes Jahr arbeitslos war. Sein erstes Arbeitsgebiet war 2011 der Affentempel. Viel Routine kennt sein Job nicht, im Gegenteil: „Wir arbeiten an verschiedenen Baustellen, mal hier, mal da“, erklärt er. Von kürzeren Aufgaben bis hin zu Großprojekten steht alles an. Wichtig ist dabei Teamwork: „Je nachdem, was wir machen müssen, stellen wir mit den Tischlern, Elektrikern oder Gärtnern eine Kolonne zusammen.“ 

Philipp Hülsmann
Karsten Hagemann ist an allen baulichen Veränderungen beteiligt.

Für die Tiere und die Sicherheit der Pfleger zu arbeiten, ist für Hagemann ein schönes Gefühl. Gerade hat er bei den Elefanten einige Tore für die Abtrennung der verschiedenen Gehegebereiche eingebaut. Wenn der Zoo länger geschlossen ist – wie gerade während der Corona-Pandemie –, hat Karsten Hagemann meist alle Hände voll zu tun. Dann werden Wege neu gepflastert oder Kletterbäume für die Tiere aufgestellt.

Daniel Menken ist als Revierleiter für die Elefanten zuständig 

Schon zu Schulzeiten absolvierte Daniel Menken ein Praktikum im Osnabrücker Zoo. „In meiner Kindheit war es mein Traum, mit Tieren zu arbeiten“, erzählt er. Dass er seine Ausbildung zum Tierpfleger auch im Zoo abschloss, war also ein folgerichtiger Schritt. Heute ist er Revierleiter bei den Elefanten. 

Die Arbeit mit den grauen Riesen macht ihm besonders viel Spaß, denn zu den Dickhäutern baut man im Laufe der Zeit eine innige Beziehung auf. Das zeigt sich gerade beim medizinischen Training: „Wir bringen den Elefanten verschiedene Fähigkeiten bei“, erklärt Menken. Nicht etwa zur Vergnügung, sondern aus praktischen Gründen. „Beim Bluttraining lernen die Elefanten, das Ohr hinzuhalten, damit man ihnen Blut abnehmen kann.“ Der kleine Minh-Tan macht dabei schon einige Fortschritte. 

Philipp Hülsmann
Daniel Menken arbeitet mit den und für die Elefanten.

Wichtig dabei: Das Training muss freiwillig sein, die Elefanten sollen zu nichts gezwungen werden. Auch dürfen die Pfleger nur durch ein Gitter hindurch Kontakt zu den Tieren haben. Den Fuß zur Pflege hinhalten, den Schwanz herausgeben, den Rüssel mit Wasser durchspülen oder den Mund zur Kontrolle öffnen – all diese Dinge können die Elefanten beim Training erlernen. Alles läuft dabei streng nach Plan: „Jeder Pfleger macht sein eigenes Training, so kommt man sich nicht in die Quere“, fügt Menken hinzu. 

Wie die Elefanten lernen? Natürlich mit Belohnungen. „Man fängt mit dem Jackpot an“, erklärt Daniel Menken. Für die Dickhäuter ist das eine Melone. Je öfter sie es machen, umso leichter fällt es ihnen und die Belohnungen werden entsprechend kleiner.

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