16.05.2019, 17:28 Uhr

Tuchmacher Museum Bramsche In Bewegung...

Das Das "Bramscher Rot" mit markanter Farbe aus der Wurzel der Krapppflanze war über lange Jahre ein gut gehütetes Geheimnis.

Bramsche. Wollflocken wirbeln durch die Luft, in der Spinnmaschine rotieren 280 Spindeln, in den Webstühlen fliegen die Schützen hin und her. Das Tuchmacher Museum Bramsche ist mehr als ein Museum. In den historischen Gebäuden der im 16. Jahrhundert gegründeten Bramscher Tuchmachergilde stellen wir auf über 100 Jahre alten, laufenden Maschinen flauschige Wolldecken her.

Im Mittelpunkt des Museums steht die laufende Produktion. Wir zeigen die zahlreichen Arbeitsschritte der Herstellung von Wolltuchen: vom Waschen, Färben und Kämmen der Wolle über das Spinnen des Garns bis zum Weben, Walken, der Ausrüstung und Konfektionierung der Tuche zu flauschigen Wolldecken im berühmten „Bramscher Rot“.

Im Tuchmachermuseum wird auch heute noch auf historischen Maschinen produziert.


Das „Bramscher Rot“ war ein streng gehütetes Geheimnis des Schönfärbers am Mühlenort. Den Farbstoff lieferte die Wurzel der Krapppflanze. Die Färbung gelang am besten im großen Zinnkessel, der bei den Färbertagen noch heute im Einsatz ist. Die Kunst des Färbens sicherte der Tuchmachergilde über lange Zeit Aufträge der englisch-hannoverschen und der preußischen Armee, die sie mit roten, später blauen Uniformstoffen belieferte.

Schafschertag mit vielen Mitmachaktionen

Ein besonderes Highlight ist der Schafstag im Frühsommer, wenn eine ganze Herde Schafe auf der großen Wiese hinter dem Museum geschoren wird. Auf dem Mühlenort gibt es einen bunten Markt mit Produkten rund um das Schaf und vielfältige Mitmachaktionen. Im September treffen sich die Fans von originellen, textilen Produkten im Museum. Textilkünstler*innen und Textilhandwerker*innen zeigen ihr Können und verkaufen Ihre Produkte in der Kornmühle und den historischen Produktionsräumen.

Der Schafstag im Frühjahr bietet neben dem Schafescheren ein buntes Programm und zahlreiche Aktionen zum Mitmachen.


Rund um das Tuchmacherhandwerk und seine Geschichte bietet das Museum spannende Führungen und Workshops für Besuchergruppen, Kindergärten und Schulklassen an. Auch ein ganz besonderer Kindergeburtstag lässt sich im Museum feiern. Die Teilnahme an den öffentlichen Führungen an Sonn- und Feiertagen um 11 Uhr ist ohne Anmeldung möglich.

Einzigartiges Baudenkmal

Das Museum befindet sich in einem einzigartigen Baudenkmal. Die historischen Gebäude entstanden über Jahrhunderte. Immer wieder wurden einzelne Teile angebaut oder abgerissen. Die Architektur dokumentiert so den Übergang von der handwerklichen zur industriellen Produktion. Auch einige der historischen Tuchmacherhäuser im direkten Umfeld sind erhalten. Die Kornmühle ist das älteste Gebäude. Wo früher Korn gemahlen wurde, befand sich später die Tuchwalkerei. Heute bietet sie Ausstellungen, Konzerten, Lesungen und anderen Veranstaltungen einen besonderen Rahmen und kann auch für Tagungen angemietet werden.

Farbenfroher Spaß: Der Färbertag im Tuchmachermuseum.


Das Tuchmacher Museum Bramsche ist auch Standort der Tourist-Information. Zahlreiche Rad- und Wanderwege führen direkt am Museum vorbei. Der Museumsladen mit den im Museum hergestellten Wolldecken, seinen regionalen Produkten sowie Souvenirs der Stadt Bramsche runden das touristische Angebot ab. Das Café und Restaurant Dat Wüllker Hus mit großer Außenterrasse am Mühlenteich befindet sich gleich nebenan in den historischen Räumen der Walkerei.


Tuchmacher Museum Bramsche
Mühlenort 6, 49565 Bramsche
Tel. 05461 94510
info@tuchmachermuseum.de
Öffnungszeiten: Di.–So. 10.00–17.00 Uhr
Öffentliche Führungen: Sonntag, Feiertag, 11.00 Uhr

www.tuchmachermuseum.de

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