16.04.2018, 14:21 Uhr

Der Bad Iburger Baumwipfelpfad Waldbaden in und unter den Wipfeln...

Der Baumwipfelpfad ist eines der Highlights der Landesgartenschau. Foto: Landesgartenschau Bad Iburg 2018 gGmbHDer Baumwipfelpfad ist eines der Highlights der Landesgartenschau. Foto: Landesgartenschau Bad Iburg 2018 gGmbH

Bischof Benno II ließ seinerzeit die Steine für die Iburg aus dem Wald holen, in dem nun – 1000 Jahre später - der Baumwipfelpfad in die Höhen führt, die ein absolut einmaliges Erlebnis versprechen. Der Wipfelpfad - mit fast 600 Metern Lauflänge (mit Auf- und Abstieg), also etwa 440 Meter Brückenlänge - und Stationen wie Vogelnester geformt – bietet nicht nur Informationen über Natur, Geologie, Geschichte und Waldpersönlichkeit. Das Einzigartige hier: Eine Stadt, ein Schloss und ein Wald als Gegenüber. Völlig neue Perspektiven und atemberaubende Sichten in die Umgebung, auf das Schloss, die umliegenden Erhebungen und ins Münsterland sind so ein Highlight dieser LaGa.

„Mitnichten ist der Baum zuerst Same, dann Spross, dann biegsamer Stamm, dann dürres Holz. Man darf ihn nicht zerlegen, wenn man ihn kennenlernen will. Der Baum ist jene Macht, die sich langsam dem Himmel vermählt.“ Antoine de Saint-Exupéry

Viele sehr alte Laubbäume prägen den Walkurpark. Einige im Umfeld des Wipfelpfades sind bis zu 250 Jahre alt und haben mehr als einen Meter Durchmesser. Walderleben über und unter den Wipfeln... Hinzu kommt, dass die Baumarten hier allein durch ihren Höhlenreichtum Lebensraum für fünf verschiedene Fledermausarten bieten. Also: Raus aus dem Alltag, hinein in die Natur und den Wald der Landesgartenschau!

Allein die Mengen an Holz, die hier insgesamt verbaut wurden, sind beeindruckend: Rund 70 Kubikmeter Lärche Rundhölzer mit einem Durchmesser von 80 bis 140 Millimeter kamen beim Baumwipfelpfad zum Einsatz und wurden mit 5000 Schrauben an Geländer und Podesten montiert. Gerade der Einstiegsturm ist ein ganz besonderes Bauwerk: Mit einer Höhe von 32 Metern ist er der höchste Turm, seine Fundamentgröße beträgt acht mal acht mal 1,4 Meter, 250 Tonnen wiegt nur dessen Stahl-Holz-Konstruktion, dazu kommt der Aufzugsschacht mit 90 Tonnen. Die oberste Plattform dient als Dach und 158 Treppenstufen muss der Besucher erklimmen, um „oben“ zu sein. Die Erlebnisstationen informieren und unterhalten – ganz sicher besonders beliebt: Die Selfie-Station ganz oben.

Ein organisch ausgeformter Pavillon aus heimischen Materialien (Lärchenholz, Handform-Ziegel, Sandstein im Außenbereich) von regionalen Herstellern und Firmen ist das gelungene und innen und außen barrierefreie Entree des Wipfelpfades. Das ungewöhnliche Gebäude symbolisiert den Lebenslauf der Erde (TERRA.vita) und die Entstehung des Lebens.

Waldbaden

Der Waldkurpark verspricht auch am Boden Walderleben auf verzauberten Lichtungen: „Waldbaden“, ein Ansatz der perfekt zur Modernisierung Kneippscher Ansätze in Bad Iburg passt.

„Shinrin Yoku“ (Waldbaden) ist ein Tourismus- und Gesundheitstrend aus Japan und bedeutet so viel wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. Die Stress-Management-Methode, die den Blutdruck senkt und zahlreiche weitere positive gesundheitliche Auswirkungen hat, dient vor allem der Gesundheitsvorsorge. Es handelt sich um eine Form der erlernbaren Achtsamkeit. Die LaGa hat mit Unterstützung des Tourismusverbandes Osnabrücker Land und der Waldbaden-Lehrerin Annette Bernjus bereits sechs Kursleiterinnen und Kursleiter für „Achtsamkeit im Wald“ ausgebildet. Sie werden während der LaGa diese Methode für die Besucher als „Blitzlichter“ ohne Zusatzkosten anbieten. Die Besucherinnen und Besucher schlendern dann durch den Wald, fühlen Baumrinde oder Blätter, hören dem Wind oder den Vögeln zu. Auch zahlreiche Yoga-, Tai Chi- oder Meditationsveranstaltungen oder „Glücksspaziergänge“ im Wald sind Teil des LaGa- Programms.


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