Wirtschaft Kupferkonzern Aurubis lässt Krise hinter sich

14.12.2010, 12:10 Uhr

Die Krise ist vorbei, die Gewinne des größten europäischen Kupferkonzerns Aurubis sprudeln wieder. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg und Produktionsstätten in mehreren Ländern Europas verdiente im abgelaufenen Geschäftsjahr (30. September) vor Steuern 258 Millionen Euro.

Die Summe ist also ungefähr dreieinhalb mal so viel wie im Jahr zuvor. Unter dem Strich blieben 193 (Vorjahr: 53) Millionen Euro übrig. Die Dividende steigt von 65 Cent auf einen Euro. Im laufenden Geschäftsjahr soll es weiter aufwärtsgehen. «Die technologische Entwicklung treibt den Kupferverbrauch», stellte Aurubis-Chef Bernd Drouven am Dienstag bei der Vorlage der Bilanz fest. «In einem industrialisierten Umfeld sind erhebliche Wachstumsraten zu erwarten.»

Zum Beispiel im Automobilbau: Ein heutiger Durchschnittswagen enthält ungefähr 20 Kilogramm Kupfer; bei einem optimierten Oberklassenmodell mit Hybrid- oder Elektroantrieb ist es doppelt so viel. Oder in der Energieerzeugung: Gerade der weltweit forcierte Ausbau der Windenergie erfordert große Mengen Kupfer für Trafos, Generatoren und Kabel.

Aurubis stellt mit rund 4800 Mitarbeitern aus Kupfererz und Kupferschrott reines Kupfer her und verarbeitet es weiter zu Produkten für die Auto-, Elektro- und Bauindustrie. Der größte Kupfermarkt ist Asien und dort speziell China, weil ein beträchtlicher Teil der industriellen Produktion aus den USA und Europa mittlerweile dorthin abgewandert ist. China - rund ein Drittel des Weltmarktes - wird aber von Aurubis nicht beliefert. «Das lohnt sich nicht angesichts der Transportkosten», sagte Drouven.

Gleich mehrfach musste der Aurubis-Chef die Frage beantworten, warum er nicht angesichts der glänzenden Perspektiven für Kupfer seine Produktion ausbaut und neue Fabriken errichtet. Für China schloss Drouven das glatt aus, um das Know-how zu schützen. Aber auch für andere Standorte in Asien seien der Zukauf eines Unternehmens oder die Neugründung eines Standortes ein langfristiges Projekt, das sich über Jahre hinziehe. Gänzlich ausschließen wollte Drauven dies nicht, aber aktuell sei nichts in der Planung.

Der hohe Kupferpreis, der jenseits von 9000 Dollar je Tonne liegt und damit so hoch wie noch nie, bereitet Drouven nur begrenzte Sorgen. Das beeinflusse zwar den Umsatz des Unternehmens, aber nicht den Gewinn. Am Ende jedoch wirke der Kupferpreis - ebenso wie die Preise anderer Rohstoffe - auf die gesamte Wertschöpfungskette. Das heißt: Für den Endverbraucher werden Autos, Fernsehgeräte und Waschmaschinen wohl teurer.