Wirtschaft Das Gute: Es war mal noch schlimmer

23.07.2009, 22:00 Uhr

Bodenbildung ist in Zeiten der Krise ja schon eine gute Nachricht. Und diesen Boden glauben die Unternehmen in der Region Osnabrücker Land erreicht zu haben. Das zumindest liest die Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland aus ihrem Konjunkturklimaindex heraus. Er stieg vom ersten zum zweiten Quartal 2009 von 62 auf 72 Punkte.

Wenn man bedenkt, wo der Index herkommt, ist dieser Boden aber reichlich tief. Der langjährige Durchschnitt liegt bei knapp unter 100, noch vor gut einem Jahr ermittelte die IHK 112 Punkte. Dann kam der historische Absturz.

Angesichts dessen überrascht es nicht, wenn fast die Hälfte der Firmen (41 Prozent, nach 51 im Vorquartal) ihre Lage noch immer schlecht einschätzen. Nur zwölf Prozent der Betriebe (zuvor neun) berichteten von einem guten Geschäft. Deshalb will die IHK in dem Ergebnis auch nicht eine grundlegende Trendwende sehen.

Die Geschäftsentwicklungen der Unternehmen lägen weiterhin „tief im Negativen“. 85 Prozent der Befragten können keinerlei Aufwärtstrend bei den Aufträgen ausmachen und rechnen auch so schnell nicht damit. Negatives Paradebeispiel ist das Baugewerbe, hier besonders der Tiefbau. Auch bei Personal und Investitionen hielten sich die Mitglieder zurück. Wie im bundesweiten Trend sagt die Kammer für die Region eine verzögerte Auswirkung auf den Arbeitsmarkt voraus.

Doch es gibt auch einige wenige Lichtblicke: So wirke sich die niedrige Inflationsrate positiv auf den Konsum aus, was den Einzelhändlern zumindest im Moment noch ordentliche Zahlen beschert. Auch die Regionalbanken sehen einer stabileren Zukunft entgegen, und die Logistiker wähnen das Gröbste hinter sich.

Für den Konjunkturklimaindex befragt die IHK viermal im Jahr rund 400 Unternehmen im Osnabrücker Land, im Emsland und der Grafschaft Bentheim.