Wirtschaft Banken lehnen Mehrbelastungen aus Athen-Paket ab

28.09.2011, 15:07 Uhr

Die Privatbanken in Deutschland wollen sich nicht auf Nachverhandlungen über das Ende Juli vereinbarte zweite Hilfspaket für Griechenland einlassen.

Er habe kein Verständnis für die Debatte zum derzeitigen Zeitpunkt, sagte der Präsident des Bundesverbands deutscher Banken, Andreas Schmitz, der «Bild»-Zeitung. Er bezog sich auf politische Überlegungen innerhalb der Euro-Zone, die Beteiligung privater Gläubiger aufgrund der schwächeren Wirtschaftsdaten des überschuldeten Landes nachträglich zu erhöhen.

Die Krise könne nur überwunden werden, wenn es gelinge, «das Vertrauen in politisches Handeln wieder herzustellen», betonte Schmitz. Wenn die Regierungen nun die vereinbarte Beteiligung der privaten Gläubiger wieder aufschnürten, täten sie genau das Gegenteil. «Der Vertrauensschaden an den Finanzmärkten wäre größer, als alles was durch diese Aktion gewonnen werden könnte.»

Nach Ansicht von Schmitz hat der Finanzsektor im Rahmen des zweiten Hilfspaketes bereits maßgebliche Hilfen zur Stabilisierung Griechenlands zugesagt. Griechenland werde damit um rund 30 Milliarden Euro entlastet: «Für die Gläubiger ist es ein schmerzhafter Einschnitt»; sie seien bereit, ihren Anteil an dem Griechenlandpaket zu schultern. «Daran sollte jetzt nicht gerüttelt werden.»