Vor Agrarministerkonferenz Geflügelverband fordert bessere Fleischkennzeichnung

Von Dirk Fisser | 16.03.2015, 20:03 Uhr

Der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) macht sich für eine deutliche Ausweitung der Herkunftskennzeichnung bei Fleischprodukten stark.

Im Gespräch mit unserer Redaktion forderte Verbandsgeschäftsführer Thomas Janning die Agrarminister von Bund und Ländern vor ihrer am Mittwoch beginnenden Ressortchef-Konferenz in Bad Homburg auf, sich dafür auf EU-Ebene einzusetzen.

Verband: Neue EU-Regeln reichen nicht

Zwar müssten ab dem 15. April nach einer neuen EU-Regelung auf Verpackungen Ort der Mast und Schlachtung vermerkt werden. Dies gelte aber lediglich für Frischfleisch. Weiterverarbeitete Produkte, aber auch Kantinen und Restaurants seien ausgeschlossen. „Man könnte weitaus mehr Transparenz bieten“, kritisierte Janning. Seiner Ansicht nach sollten sämtliche weiterverarbeiteten Produkte mit einem Fleischanteil von mindestens 25 Prozent eine Herkunftskennzeichnung erhalten. Dafür sollten sich die deutschen Agrarminister auf EU-Ebene stark machen.

Frittiert? Herkunft wird verschwiegen

Der Geschäftsführer verwies als Beispiel auf frittiertes Hähnchenfleisch, sogenannte Chicken McNuggets. Das Fleisch stamme häufig aus dem Ausland und nicht aus deutschen Ställen. Auch nach der Verschärfung der Kennzeichnungspflicht werde der Verbraucher darüber aber weiter im Unklaren gelassen, da es sich nicht um Frischfleisch handele. „Eine detaillierte Herkunftsbeschreibung kann dem Verbraucher dabei helfen, eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen“, so Janning.

Restaurants und Kantinen ausgenommen

Er kritisierte zudem, dass der Bereich Großverbraucher wie etwa Kantinen oder Restaurants von der Pflicht ausgeschlossen sei. Hierbei handele es sich um die größten Abnehmer von Geflügelfleisch in Deutschland. Dem Zentralverband gehören nach eigener Angabe etwa 8000 Mitglieder an. Dazu zählen neben Geflügelhaltern auch Schlachtkonzerne.

Auf der Agrarministerkonferenz steht tatsächlich die Kennzeichnung auf der Agenda. Dabei soll es aber um die Haltungsform gehen. NRW-Ressortchef Johannes Remmel (Grüne) sagte unserer Redaktion, hier müsse nachgebessert werden, damit „Verbraucher auf einen Blick erkennen können, ob Tiere artgerecht oder sehr intensiv und ausschließlich leistungsorientiert gehalten wurden“. So könnte der Kunde selbst entscheiden. Als Vorbild nannte er die Kennzeichnung von Eiern.

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