Vertrag unterzeichnet Claas baut Stellung auf russischem Markt aus

Von dpa | 17.06.2016, 21:23 Uhr

St. Petersburg/Harsewinkel. Landmaschinenhersteller Claas baut mit einem neuartigen russischen Vertrag seine Stellung auf dem russischen Markt aus. Das Unternehmen mit Sitz in Harsewinkel unterzeichnete als erste ausländische Firma den sogenannten Sonderinvestitionsvertrag, der Claas weitgehend gleiche Rechte einräumt wie sie die russische Konkurrenz genießt.

Als erste ausländische Firma konnte Claas am Freitag beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg einen solchen Vertrag unterzeichnen. Dies sei ein positives Signal für den Standort Russland, sagte Matthias Schepp, Chef der deutschen Auslandshandelskammer (AHK) in Moskau. „Es zeigt, dass die deutsche Wirtschaft immer noch sehr präsent ist in Russland und ein willkommener Partner ist“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zugang zu Ausschreibungen

Unter anderem erhält Claas durch den Vertrag gleichberechtigten Zugang zu öffentlichen Ausschreibungen. Die russische Seite verlangt im Gegenzug Investitionen von mindestens 750 Millionen Rubel (etwa 10 Millionen Euro), meldete die Agentur Interfax.

Russland hofft auf Nachahmer

Der russische Vize-Industrieminister Alexandr Morosow sagte, er hoffe, das künftig noch mehr dieser Verträge mit ausländischen Unternehmen abgeschossen würden. Mit dem Vertragsmodell will die russische Regierung angesichts der westlichen Sanktionen in der Ukraine-Krise das Vertrauen in den Standort Russland wieder stärken und Investitionen anlocken. In den vergangenen zwei Jahren waren die ausländischen Investitionen um ein Vielfaches eingebrochen.

Mähdrescher made in Russland

Claas baut nach eigenen Angaben seit 2005 in Südrussland vor allem Mähdrescher. Im Oktober 2015 hatte Claas in Krasnodar für rund 120 Millionen Euro eine zusätzliche Fertigungslinie eröffnet.