Umfrage der Creditreform Mittelständler im Raum Weser-Ems zuversichtlich

Von Manuel Glasfort | 09.06.2015, 20:09 Uhr

Trotz weltpolitischer Turbulenzen blicken die Mittelständler im Westen Niedersachsens optimistisch nach vorn. Fast jedes fünfte Unternehmen will neue Mitarbeiter einstellen.. Zugleich klagen viele Betriebe über hohen Konkurrenzdruck. Das hat die Frühjahrsumfrage der Wirtschaftsauskunftei Creditreform ergeben.

„Die aktuelle Geschäftslage ist stabil und gut“, resümierte Armin Trojahn, Prokurist bei der Creditreform Osnabrück/Nordhorn, bei der Vorstellung der halbjährlichen Umfrage (hier geht‘s zur vollständigen Auswertung ). 1256 kleine und mittlere Unternehmen aus dem gesamten Westen Niedersachsens hatten sich beteiligt. Ihre heutige Lage beurteilten dabei 57,4 Prozent der Betriebe als gut oder sehr gut, geringfügig mehr als im Frühjahr 2014 und im Bundesdurchschnitt.

Im Aufwind sehen sich besonders die Dienstleistungsbranche (58,9 Prozent) und das Baugewerbe (63,4), das von niedrigen Baufinanzierungen profitiert. Auch für die kommenden Monate erwarten die Umfrageteilnehmer mehrheitlich gute Geschäfte, weshalb der Geschäftsklimaindex mit 54,7 Punkten das hohe Vorjahresniveau in etwa hält.

Um mit der Arbeit nachzukommen, hat jeder vierte der befragten Betriebe seit dem vergangenen Herbst neue Jobs geschaffen. „Wir bewegen uns hier oberhalb der Bundesebene“, sagte Trojahn. Nur zwölf Prozent der Unternehmen in der Weser-Ems-Region entließen dagegen Mitarbeiter. Gute Nachricht für Arbeitssuchende: Auch wenn die Unternehmen etwas zurückhaltender geworden sind, dürfte der Jobaufbau anhalten. Fast jede fünfte Firma kündigte an, ihre Belegschaft aufzustocken, während nur jede zwanzigste Stellen streichen will. Besonders die Dienstleistungsunternehmen suchen weiterhin Mitarbeiter.

Allerdings stellt die Personalsuche die Betriebe immer häufiger vor Probleme. Nach den wichtigsten Belastungsfaktoren gefragt, nennen inzwischen 40,8 Prozent der Unternehmen den Fachkräftemangel, gut ein Drittel mehr als vor fünf Jahren. Einzig der Konkurrenzdruck bereitet noch mehr Unternehmern Kopfschmerzen, nämlich gut jedem zweiten. Auch Kostenanstiege, gesetzliche Vorgaben und Personalkosten treiben viele Mittelständler um.

Mehr Investitionen

Angesichts der guten Konjunkturlage will knapp jedes zweite Unternehmen (46,6 Prozent) Geld für Investitionsprojekte in die Hand nehmen. Damit ist die Investitionsneigung zwar leicht gestiegen, liegt aber immer noch unter dem Bundesdurchschnitt (53,6). Der Anstieg in der Region Ost vor allem dem Industrie- und Dienstleistungssektor zu verdanken.

An mangelnden Krediten dürften Investitionsvorhaben momentan nicht scheitern. „Es werden zwar etwas mehr Sicherheiten und Informationen von den Banken verlangt, aber wir haben keine Kreditklemme“, sagte Trojahn.

Bei der Digitalisierung externer und interner Prozesse erkennen nur zehn Prozent der Betriebe keinen Handlungsbedarf. Die große Mehrheit hat Abläufe bereits digitalisiert oder will dies bald nachholen. Dabei scheuen viele Unternehmen vor allem die hohen Investitionskosten.