Tarifverhandlungen festgefahren Gewerkschaft droht mit Streik bei McDonald‘s und Co

Von Dirk Fisser | 02.12.2014, 10:52 Uhr

Die Gewerkschaft NGG droht McDonald’s, Burger King, Starbucks und Co in den festgefahrenen Tarifverhandlungen mit Warnstreiks. Ein neues Angebot der Arbeitgeber wies die NGG als „dreist“ zurück.

Laut Gewerkschaft sei dies schlechter gewesen als vorherige Verhandlungsangebote. Weiterhin hätten Urlaub- und Weihnachtsgeld sowie weitere Zuschläge gekürzt werden sollen, um den anstehenden Mindestlohn von 8,50 Euro zu kompensieren. „Die Friedenspflicht ist vorbei. Wir werden unsere Forderungen nun öffentlich im Weihnachtsgeschäft verdeutlichen. Warnstreiks sind nicht ausgeschlossen“, teilte Burkhard Sieb, stellvertretender NGG-Vorsitzender mit. 

Die Gegenseite, der Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), in dem Unternehmen wie McDonalds, Burger King, KFC, Pizza Hut und weitere Fast-Food-Ketten mit insgesamt etwa 100.000 Angestellten organisiert sind, zeigte sich dennoch optimistisch. „Unser Ziel ist es weiterhin, gemeinsam einen Abschluss zu erreichen“, sagte BdS-Hauptgeschäftsführerin Valerie Holsboer. Beide Parteien hätten sich auf ein Schlichtungsverfahren geeinigt. Dieses soll noch 2014 durchgeführt werden.

Tarifbindung in Gefahr?

Holsboer warnte davor, dass ein Scheitern der Verhandlungen, die Attraktivität der Tarifbindung gefährde, sprich: Unternehmen könnten sich aus dem Spitzenverband der Branche verabschieden und eigene Verträge mit ihren Arbeitnehmern aushandeln. Diesen Schritt hatte beispielsweise der größte Burger-King-Franchisenehmer „Yi-Ko-Holding“ gewagt. Deren 89 Filialen sind mittlerweile dicht gemacht worden wegen anhaltender Missstände, so die Burger-King-Zentrale. Auch der Osnabrücker Ableger des bundesweit aktiven Pizzadienstes „Joey’s“ hatte sich vom BdS abgewendet. 

Branchenkenner gilt der Austritt weiterer Mitglieder aus dem Bundesverband als größeres Problem im bestehenden Tarifkonflikt für den Dachverband als die Streikdrohung der Gewerkschaft. Der Organisationsgrad in den Unternehmen ist gering.

Anders in den USA: Hier kämpfen die Mitarbeiter öffentlichkeitswirksam seit Wochen für mehr Lohn. Das Motto des Streiks: „Fight for 15“. Die Arbeitnehmer fordern mindest 15 Dollar in der Stunde, umgerechnet etwa 11,40 Euro.