Standort in Gefahr? Sorge um DMK-Eiswerk in Recke

Von Alexander Klay | 03.06.2014, 19:29 Uhr

Müssen sich die 225 Mitarbeiter des DMK-Eiswerks in Recke Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen? Darüber spekuliert die Lebensmittel-Zeitung in ihrer aktuellen Ausgabe: Grund seien anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten bei der Eissparte des Deutschen Milchkontors (DMK).

Demnach rechne die Belegschaft mit dem Aus für zwei der sechs Werke: Konkret nennt das Fachblatt einen Standort in Haaren (bei Aachen) und das ehemalige Sanobub-Werk in Recke. Hintergrund: Die Eissparte schreibe seit drei Jahren rote Zahlen. Daran habe auch die Übernahme des Wettbewerbers Rosen-Eiskrem mit seinen vier Werken vor anderthalb Jahren nichts geändert. Acht Millionen Euro soll der Verlust im vergangenen Jahr betragen haben, schriebt die Zeitung unter Berufung auf Insider.

Ein solch dramatisches Bild wollen Arbeitnehmervertreter wie Mohamed Boudih, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) in der Region Münsterland, aktuell nicht zeichnen. Er bezeichnet die Aussagen zu möglichen Werksschließungen gegenüber unserer Redaktion als „rein spekulativ“. Tatsächlich laufe es im Eisgeschäft des Milchkontors zurzeit nicht rund, die Sparte sei defizitär. Es sei ein offenes Geheimnis, dass gespart werden müsse. Doch konkrete Entscheidungen, ob einzelne Arbeitsplätze oder ganze Werke infrage stehen, seien bislang nicht diskutiert worden.

Letzteres bestätigt das Deutsche Milchkontor gegenüber unserer Zeitung. Es werde zurzeit eine „umfangreiche Analyse“ des Eisgeschäftes durchgeführt, heißt es auf Nachfrage. „Entscheidungen über eine geschäftliche Neuausrichtung werden frühestens im Sommer getroffen.“ Geplante Investitionen in die Standorte würden weiterhin getätigt. Für das laufende Jahr erwartet das Deutsche Milchkontor für die Eissparte nach eigenen Angaben ein positives Betriebsergebnis.

Unterdessen treibt das Milchkontor die Integration von Rosen-Eiskrem voran. Nach der Übernahme wurde nun ein gemeinsamer Vertrieb wurde aufgestellt. Demnächst soll die Zusammenführung mit der DMK Eis GmbH vollzogen werden.

Abseits der Diskussion um wirtschaftliche Probleme beginnen an diesem Freitag Tarifverhandlungen für DMK Eis in Recke. Die Gewerkschaft NGG fordert sechs Prozent mehr Lohn für zwölf Monate und eine Übernahme der Auszubildenden nach bestandener Prüfung. „Wir werden uns auf keinen Billigabschluss einlassen“, sagt NGG-Mann Boudih. Schließlich sei das kriselnde Eisgeschäft nur ein Teil des DMK-Konzerns – und der stehe nach wie vor gut da.

DMK Eis ist seit der Übernahme von Rosen-Eiskrem die Nummer zwei auf dem auf dem deutschen Markt. An der Spitze steht das Osnabrücker Unternehmen R&R Icecream.

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