Rukwied: Kein sachlicher Grund für Verbot Glyphosat-Zulassung: Bauernverband fordert Verlängerung

Von Dirk Fisser | 23.06.2016, 19:31 Uhr

Die deutschen Bauern appellieren an die Vertreter der EU-Staaten, die Ende des Monats auslaufende Glyphosat-Zulassung zu verlängern.

Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied vor einer entsprechenden Abstimmung am Freitag: „Es gibt keinen sachlichen Grund, diesen Wirkstoff zu verbieten.“ Bis hin zur Weltgesundheitsorganisation hätten sämtliche Behörden bestätigt, dass Glyphosat in Sachen Krebs unbedenklich sei.

Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr

Den Kritikern des Pflanzenschutzmittels warf Rukwied vor, die Existenz von Landwirten aufs Spiel zu setzen, nur um sich selbst zu profilieren. „Ein Verbot hätte massivste Auswirkungen auf eine ressourcenschonende und erosionsmindernde Bewirtschaftung der Böden“, sagte der Bauernpräsident. Ohne moderne Produktionsmethoden, und dazu gehöre der Glyphosateinsatz, wäre die Landwirtschaft nicht mehr wettbewerbsfähig.

Am Freitag entscheiden die EU-Staaten über eine 18-monatige Verlängerung der Zulassung. Ohne Einigung könnte die EU-Kommission am Montag entscheiden. (Weiterlesen: EU plant befristete Glyphosat-Zulassung) Kein Pflanzengift wird so häufig eingesetzt wie Glyphosat. Grafik: dpa