Rückzug von Gerhard Weber Modehersteller Gerry Weber vor Generationswechsel

Von Alexander Klay | 26.02.2014, 13:57 Uhr

Der Damenmodehersteller Gerry Weber steht vor einem Generationswechsel. Konzerngründer Gerhard Weber (72) hat am Mittwoch bei der Vorlage der Bilanz 2012/13 seinen Rückzug aus dem Tagesgeschäft im Oktober angekündigt. Anschließend sollen drei gleichberechtigte Vorstände den Konzern lenken.

Der künftigen Geschäftsführung werde auch Webers Sohn Ralf angehören, hieß es. Der Konzerngründer selbst werde in den Aufsichtsrat wechseln.

Die letzte Bilanz, die Gerhard Weber als Vorstandschef am Mittwoch vorlegte, weist einen deutlich höheren Umsatz aus. Dieser liegt für das Geschäftsjahr 2012/13 (bis 31. Oktober) bei 852 Millionen Euro, ein Plus von 6,2 Prozent. Dies sei auf die internationale Expansion zurückzuführen: Der Konzern hat insgesamt 68 neue Filialen, sogenannte Houses of Gerry Weber, eröffnet. Hinzu kommen 47 neue Lizenzflächen. Damit betreibt das Unternehmen mit Sitz in Halle/Westfalen insgesamt 568 Läden in Eigenregie.

Inzwischen trägt der Retail-Geschäftsbereich 42,7 Prozent zum Konzernumsatz bei, nach 37,3 Prozent im Vorjahr. Neben den Filialen zählen hierzu auch die 111 Lizenzflächen und fünf Onlineshops. Durch die hohe Zahl an Neueröffnungen stieg die Mitarbeiterzahl von 4100 auf rund 4700.

Nach dem Bilanzstichtag sind weitere Läden unter anderem in Prag, Bratislava und Malmö eröffnet worden. Damit sei Gerry Weber in zwölf europäischen Ländern mit eigenen Geschäften vertreten.

Das operative Ergebnis (EBIT) des Modekonzerns sank unterdessen auf 105,8 Millionen Euro (Vorjahr: 115,9 Mio Euro). Nach Steuern blieben dem Modehersteller 71 Millionen Euro, knapp zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Trotz des geringeren Gewinns sollen Aktionäre eine stabile Dividende von 75 Cent je Aktie erhalten.

Im laufenden Geschäftsjahr will Gerry Weber beim Umsatz die Marke von 900 Millionen Euro erreichen und dabei profitabel wachsen: Das operative Ergebnis soll auf mindestens 120 Millionen Euro steigen. „Auch in den kommenden Jahren werden wir diesen Wachstumsweg weitergehen“, sagt der scheidende Vorstandschef Gerhard Weber. Zum Wachstum sollen jährlich 65 bis 75 neue Läden, vor allem im Ausland, beitragen.

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