Nachfolger vor großen Aufgaben FMO-Chef Stöwer muss gehen – und nun?

Meinung – Alexander Klay | 17.12.2015, 19:05 Uhr

Gerd Stöwer, Chef des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO), muss gehen. Was aber wird sein Nachfolger erreichen können? Dem FMO zu altem Glanz verhelfen – das ist eine äußerst schwierige Aufgabe, der sich Stöwer durchaus gestellt hat.

Air Berlin musste sparen, OLT Express ging pleite, Ryanair verliert die Lust auf kleine Flughäfen – diese Rückschläge und noch einige mehr, die am Flughafen Münster/Osnabrück zu einem drastischen Rückgang der Passagierzahlen geführt haben, sind Geschäftsführer Gerd Stöwer nicht anzulasten. Und es ist ja nicht so, als hätte er nichts unternommen, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken – sonst gäbe es weder Turkish Airlines noch Germania am FMO.

Warum muss Stöwer also im kommenden Jahr seinen Posten räumen? Die Kommunalpolitiker, die sich gegen ihn ausgesprochen haben, mögen nach den jüngsten Rückschlägen die Geduld verloren haben. Müssen sie doch ihren Wählern das Millionendefizit des Flughafens erklären. Und sie mögen erwarten, dass Stöwers Nachfolger wieder das große Rad drehen wird.

Ob das gelingen kann? Nicht nur der FMO hat Probleme – generell geht es den kleineren, regionalen Flughäfen in Deutschland zunehmend schlechter. Wird da also urplötzlich ein Manager mit dem Patentrezept für die nötige Verdoppelung der Fluggastzahlen daherkommen? Nur so würde der FMO wieder in die Gewinnzone gelangen.

Das politische Urteil über Stöwer wurde nun gefällt, es gibt keinen Weg zurück. Es darf jedoch niemand erwarten, dass sich die Probleme des FMO damit in Wohlgefallen auflösen.