Nach Übernahme durch DSD Steel Weiter Kurzarbeit bei Nordseewerken in Emden

Von Alexander Klay | 28.01.2014, 16:53 Uhr

Ein Jahr nach der Übernahme des insolventen Offshore-Zulieferers Siag Nordseewerke in Emden durch die DSD Steel Group hat sich der Betrieb auf der ehemaligen Werft noch immer noch stabilisiert. Knapp 80 der verbliebenen 240 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit. Das neue Unternehmen lebt zurzeit von kleineren Aufträgen. „Die politischen Rahmenbedingungen sind schwierig, aber wir sind auf einem guten Weg“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Thomas Preuss am Dienstag.

Zuletzt hatten die Nordseewerke den Auftrag für den Bau eines Fundaments für eine Wohnplattform des Offshore-Windparks „Dan Tsyk“ westlich von Sylt erhalten. Auch der Bau von Schleusentoren sorgte für Beschäftigung auf der ehemaligen Großwerft. Für weitere Aufträge sollten eigentlich Fundamente für Offshore-Windkraftwerke sorgen – doch diese Hoffnungen haben sich wegen anhaltender Probleme bei der Energiewende bislang nicht bewahrheitet. „Die Offshore-Branche an der Küste liegt flächendeckend am Boden, alles wartet auf verlässliche Zusagen der Politik“, sagte Preuss. Nach wie vor fehlten Sicherheiten für Investoren, um die milliardenschweren Projekte anzuschlieben.

Wegen einer finanziellen Schieflage mussten die damaligen Siag Nordseewerke im Oktober 2012 Insolvenz anmelden. Die niedersächsische Landesregierung und die NordLB hatten Kredite und Bürgschaften abgelehnt, die für das Abarbeiten von Aufträgen nötig waren. Anfang 2013 erfolge die Übernahme durch die saarländische DSD Steel Group. Ein drastischer Arbeitsplatz-Abbau folgte: Von 750 Mitarbeitern konnten nur 240 bei der neuen Nordseewerke GmbH bleiben. Alle anderen mussten in Transfergesellschaften wechseln. Die Transfergesellschaft läuft Ende Januar aus. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall seien zwei Drittel der ehemaligen Belegschaft in andere Betriebe vermittelt worden.

Bei den Nordseewerken, einer ehemaligen Werft, waren nach der Jahrtausendwende noch rund 1400 Menschen im Schiffbau beschäftigt. Mit der „Frisia Cottbus“ lief im Dezember 2009 das letzte Containerschiff vom Stapel. Anschließend folgte der Verkauf von ThyssenKrupp an Schaaf Industrie (Siag). Der Neustart sollte mit der Produktion von Stahlfundamenten für Offshore-Windparks, sogenannten Tripods, gelingen. Nach der Insolvenz im Oktober 2012 stieg DSD Steel im Januar 2013 erst in letzter Minute als Investor ein, kurz bevor der Betrieb eingestellt werden musste.

Weitere Nachrichten aus der regionalen Wirtschaft unter www.noz.de/regionale-wirtschaft

TEASER-FOTO: