Migration von Fachkräften Auswanderer stärken deutsche Wirtschaft

19.05.2016, 18:55 Uhr

Immer wieder kehren türkeistämmige Fachkräfte nach einigen Jahren in ihre Heimat zurück – und mit ihnen ihr Wissen. Für die deutsche Wirtschaft ist das kein Schaden, sondern eine Chance, so Prof. Martin Franz von der Universität Osnabrück.

Franz zufolge gibt es in der Türkei 6200 deutsche Firmen, in denen türkische Rückwanderer arbeiten. Im deutsch-türkischen Innovationsnetzwerk „MIDETI“, das Franz mitgegründet hat, beschäftigen sich Wissenschaftler mit dem Thema. Die Arbeit des Netzwerkes und seine Forschungsergebnisse stellte Franz am Donnerstag bei einer Konferenz in Osnabrück vor.

Migration ist laut Franz keine Einbahnstraße. So sei der grenzüberschreitende Wechsel des Wohn- und Arbeitsortes bei türkeistämmigen Hochqualifizierten durchaus üblich. „Sie bilden damit eine lebendige Brücke zwischen Deutschland und der Türkei“, berichtete der ebenfalls an „MIDETI“ beteiligte Jenaer Prof. Sebastian Henn.

Wie genau deutsche Firmen von der Rückwanderung profitieren, verdeutlichten die Unternehmensberaterin Benan Cem und der Geschäftsmann Celal Keser. Beide kehrten nach ihrer deutschen Ausbildung zunächst in die Türkei zurück. Während Keser in der Türkei ein Maschinenbauunternehmen gründete und heute eng mit deutschen Firmen kooperiert, zog Cem nach einiger Zeit nach Deutschland zurück. Heute arbeitet sie als Unternehmensberaterin in Hamburg und bringt dort ihr Fachwissen ein.

Fazit von Franz:„Abwanderung ist zwar kurzfristig ein Verlust für die deutsche Wirtschaft, zahlt sich aber mittel- bis langfristig aus“.