Mieterbund schlägt Alarm Steigende Nebenkosten: Gemeinsame Aufgabe

Von Melanie Heike Schmidt | 01.07.2014, 20:51 Uhr

Eine neue Auswertung vom Mieterbund stellt klar: Mieter müssen fürs Heizen, die Flurreinigung oder die Müllbeseitigung tief in die Tasche greifen. Diese „zweite Miete“ kann sich schnell auf einige Tausend Euro im Jahr summieren. Wie lassen sich diese Kosten begrenzen? Dazu ein Kommentar.

Die Betriebskosten steigen und steigen, und schon wird der Ruf nach einer Nebenkostenbremse laut. Ähnlich wie die Mietpreisbremse , die über Gebühr kletternde Kaltmieten verhindern soll, könnte sie die „zweite Miete“ deckeln. So zumindest die Theorie.

Doch was populär klingt, ist realitätsfern. Denn während die Kaltmiete eine vom Vermieter festgelegte Summe darstellt, kann er die Betriebskosten nur wenig beeinflussen. Weder bestimmt er die Preise für Strom oder Wasser, noch kann er neue Gesetze verhindern. Ein Beispiel ist die Rauchmelderpflicht. Jedem leuchtet ein, dass die Geräte sinnvoll sind. Nur zahlen will sie niemand. Oder die Trinkwasserverordnung, die einen Legionellen-Test fordert. Auch der kostet Geld, ebenso die Müllabfuhr, der Energieausweis und so weiter.

Unterm Strich müssen alle – Staat, Vermieter und Mieter – Verantwortung übernehmen: Der Staat, indem er den Vorschriftendschungel lichtet und Kosten-Nutzen-Checks anstellt, bevor er Gesetze erlässt. Der Vermieter, indem er moderne Heizungen und Dämmungen einbaut. Und die Mieter, indem sie Strom sparen und bewusst heizen. Und vielleicht wieder anfangen, selbst das Treppenhaus zu putzen oder eine Lampe zu wechseln. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet die sparsamen Schwaben die Kehrwoche erfunden haben.

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