Mehr Fluggäste 2017 Preise der Billigflieger: Augenwischerei

Von Christian Schaudwet, Christian Schaudwet | 30.12.2016, 19:24 Uhr

Vor allem Billigflieger werden 2017 laut einer Prognose mehr Passagiere an die größeren deutschen Flughäfen holen. Gut für sie und die Flughafenbetreiber. Schlecht für das Klima und kommende Generationen.

Erinnert sich noch jemand daran, wie das Umweltbundesamt im Sommer dazu aufrief, möglichst nicht per Flugzeug in den Urlaub zu reisen? Von wegen Klimawandel und so?

Solche Appelle verhallen weithin ungehört. Stattdessen boomen die Billig-Airlines. Es wird geflogen, was das Zeug hält – egal, ob eine Reise auch mit der Bahn in vertretbarer Zeit machbar wäre.

Der Hinweis mag ja nerven, und die Behauptung des Gegenteils passt wunderbar in postfaktische Argumentationsketten, aber: Der Klimawandel ist menschengemacht, und das Fliegen ist der größte Klimakiller unter den Fortbewegungsarten.

An sich ist es gut, dass das Reisen über den Wolken nicht mehr den Reichen und Wohlhabenden vorbehalten ist, sondern dass man sich auch mit schmalerem Budget den Flug in den Urlaub, zum Geschäftspartner oder zur Verwandtschaft im nahen Ausland leisten kann. Mit der Bahn wäre es teurer.

Nur leider: Die Preise der Fluggesellschaften sind Augenwischerei. Die Folgekosten des immensen CO2-Ausstoßes beziehen Ryanair & Co. in ihre Schnäppchen nicht ein. Das einzige auch nur ansatzweise wirksame Korrektiv wäre eine international abgestimmte Kerosinsteuer. Doch die wird die Lobby der Luftfahrtbranche zu verhindern wissen.